Neuss (NGZ). Im Kreuzungsbereich von Plank- und Engelbertstraße in der Nordstadt kam es am Freitag Vormittag zu einem dramatischen Unfall: Ein Laster stieß mit einem Linienbus der Stadtwerke zusammen. Bei dem Unglück wurden 14 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt.
Nordstadt Die Wucht des Zusammenstoßes hat die Front des Linienbusses zertrümmert. Scheiben sind zerborsten, Teile der Verkleidung wurden abgerissen. Der Kreuzungsbereich ist von Splittern übersät.
Durch die Kollision mit einem Laster ist der vordere Teil des 17 Tonnen schweren Niederflur-Gelenkbusses an der Straßenecke nach rechts abgeknickt worden. Es sieht deshalb so aus, als hätte er von der Plank- in die Engelbertstraße abbiegen wollen. Ziel der Linie 848 ist jedoch das Johanna-Etienne-Krankenhaus.
Aus der Stadt kommend, verläuft die Strecke geradeaus über die Kreuzung und die Verlängerung der Plankstraße bis auf die Furth.
Unweit der Unfallstelle steht der Lastwagen einer Speditionsfirma aus dem Raum Gütersloh. Der 37 Jahre alte Fahrer des 38-Tonners sitzt noch in seinem Führerhaus, er steht unter Schock, wird von Notfallseelsorgern betreut.
„Nach Zeugenaussagen“, sagt Polizeisprecher Hans Willi Arnold, „ist der Lkw bei Rot in die Kreuzung gefahren und hat den Bus erfasst.“ An der rechten Seite ist die rote Plane des Lasters eingerissen, Verstrebungen sind zerstört.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sei der Führerschein des Lastwagenfahrers aus Langenberg sichergestellt worden, heißt es. Darüber hinaus macht die Behörde aber keine Angaben zu seiner Person. Während der Unfallaufnahme sind auch Spezialisten des Landeskriminalamtes mit eingebunden.
„Der Bus hat noch gebremst“, sagt ein Junge. „Ich habe den Rums gehört“, berichtet ein Anwohner. Entlang der Absperrung stehen viele Schaulustige. „Gott, das ist ja Wahnsinn“, sagt eine Frau und bangt: „Hoffentlich gibt’s keine Toten.“ In dem Bus befinden sich zum Zeitpunkt des schrecklichen Zwischenfalls, der sich gegen 11.10 Uhr ereignet, 17 Fahrgäste.
Davon erleiden vierzehn durch den Zusammenprall Verletzungen. Nach Aussagen der Polizei, die den Unfallort bis 15 Uhr weiträumig absperrt, handelt es sich bei den Betroffenen um Erwachsene im Alter zwischen 45 und 86 Jahren. Vier Personen - darunter ist auch der 63 Jahre alte Busfahrer - sind schwer verletzt. Mit dem Rettungshubschrauber werden zwei Frauen in Spezialkliniken gebracht.
Florian Stein, Leiter Technik und Materialwirtschaft bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke Neuss, ist am Unfallort. Es gebe zwar immer wieder Bagatellunfälle, sagt er später auf Nachfrage, „aber so ein Unfall ...“
Das Fahrzeug, vermutet er, sei wohl wirtschaftlicher Totalschaden. Mehr als 300 000 Euro koste so ein Bus. Stein erinnert sich an den frontalen Zusammenstoß eines Linienbusses mit einer Straßenbahn am Obertor. Das war am 21. Juli 2006. Damals waren insgesamt 22 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt worden.
„Wir fahren mit unseren Bussen rund 4,4 Millionen Kilometer im Jahr“, sagt Stein. Achtzig Busse seien auf elf Linien im Einsatz, die von 170 Fahrern einschließlich jener von Westbus beschickt werden.
Durchschnittlich 73 000 Fahrgäste nutzen am Tag das Nahverkehrsangebot. Stein nennt für 2007 die Gesamtzahl von 26,5 Millionen. Mit Blick auf die Betroffenen des freitägigen Unfalls appelliert er, sich mit den Stadtwerken in Verbindung zu setzen.
Gesucht werden auch weitere Unfallzeugen, die sich an das Verkehrskommissariat unter 0 21 31 / 3000 wenden können.
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