Neuss (NGZ). Am kommenden Montag startet im Rheinischen Landestheater die Neusser Schülertheaterwoche – zum 27. Mal. Neben diversen Aufführungen gibt es für die jungen Darsteller auch Workshops mit Studenten des Off-Theaters.
Wer sich rechtzeitig anmeldet, kann auch auftreten – dieses Motto gilt für die Neusser Schülertheaterwoche im Rheinischen Landestheater auch unter der neuen Leitung des Hauses. Zum 27. Mal geht das Treffen jetzt über die Bühne, und organisiert wird es von der neuen Theaterpädagogin Stefanie Schnitzler. Die Schullandschaft der Stadt ist ihr dennoch vertraut, denn Schnitzler ist in Neuss geboren und aufgewachsen.
Dass sich für das aktuelle Treffen nur sieben Schulen angemeldet haben, bereitet ihr allerdings schon Kopfzerbrechen. Zwar hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen gegeben, in denen Theaterspielen an den Schulen offensichtlich nicht angesagt war, aber die Frage nach dem Grund für die aktuelle schwache Resonanz kann sie nur mit einem Seufzer antworten: "Den wüsste ich gerne!" Vielleicht ist es die größere Belastung durch die Vorbereitung auf das Doppel-Abitur; vielleicht sind es logistische Probleme, weil so manche Theater-AG von Künstlern im Rahmen von "Kultur und Schule" übernommen wurde; vielleicht liegt es doch daran, dass sie selbst in den Schulen noch nicht so bekannt ist ...
Mit Workshops
Gleichwohl: Stefanie Schnitzler hat die Woche vollgepackt mit Aufführungen und ganz bewusst auch Gruppen wie die von der Jugend- und Familienhilfe in Kaarst mit hineingenommen. "Es geht schließlich nicht um Schultheater, sondern um Schülertheater", betont sie, und erklärt, dass die Kaarster Gruppe ja auch aus Schülern bestehe, "nur eben schulübergreifend". Die vierköpfige Gruppe bereichert das Fest zudem um eine Variante, die schon lange nicht mehr zu sehen war: Sie spielt mit selbst gebauten Marionetten und Schattenfiguren.
Bühne frei
Eröffnung Querschnitt durch alle Produktionen, Montag, 10. Mai, 18.30 Uhr,
Loriot reloaded Realschule Südstadt, Dienstag, 11. Mai, 11 und 19 Uhr
Die KussKrise Gesamtschule an der Erft, Mittwoch, 12. Mai, 11 Uhr
Himmel 5 Gymnasium Norf, Mittwoch, 12. Mai, 19 Uhr
Rotkäppchen im Zauberwald St.- Peter-Grundschule, Donnerstag, 13. Mai, 11 Uhr
Frühlings Erwachen Gymnasium Norf, Freitag, 14. Mai, 14 Uhr
Die Unterrichtsstunden / Die kahle Sängerin
Georg-Büchner-Gymnasium Kaarst, Freitag, 14. Mai, 20 Uhr
Brüderchen und Schwesterchen
Ev. Jugend- und Familienhilfe Kaarst, Samstag, 15. Mai, 11 Uhr
Kein Mensch kann sagen was RLT-Jugendclub "Bühnenstürmer", Samstag, 15. Mai, 17 Uhr, Premiere
Traumstation RLT-Seniorenclub "Doppelherz", Samstag, 15. Mai, 20 Uhr, Premiere
Abschlussparty Samstag, 15. Mai, 21 Uhr
Karten für Schüler 2,50 Euro und für Erwachsene 5 Euro an der Theaterkasse unter Tel. 02131 269933
Spielort Studio, Oberstraße 95
Die Theaterpädagogin vertritt mit der Schülertheaterwoche vor allem den Anspruch, "einen Querschnitt durch die Typen zu zeigen und offenzulegen, wie sich Theater nach Fähigkeiten und Möglichkeiten richtet". Deswegen gehört für sie auch der hauseigene Jugendclub "Bühnenstürmer" in den Aufführungsreigen, denn auch er besteht vor allem aus Schülern. Aber wie passen die Mitglieder des RLT- Seniorenclubs "Doppelherz" da hinein? Schnitzler lacht, hat aber sofort ein Argument parat: "In professionellen Jugendclubs geht der Trend immer stärker zum Generationenprojekt", erläutert sie, "denn Theater hat auch da eine integrative und verbindende Kraft". Dass "Doppelherz" also die Theaterwoche beschließt, will sie als Zeichen und Aufmunterung verstanden wissen: "Das richtet sich ein bisschen gegen den grassierenden Jugendkult und soll auch den Jüngeren zeigen: Mit dem Theaterspielen muss ich nicht aufhören, wenn ich älter werde."
Ganz neu und auch verpflichtend im Programm ist für die Schüler die Teilnahme an Workshops. 154 Anmeldungen gibt es für die Kurse zum Thema Tierimprovisationen oder Maskenspiel, die von Studenten des Off-Theaters nrw angeboten werden. Und damit die Gruppen dabei auch schön gemischt werden, hat Stefanie Schnitzler die Plätze zugelost.
Auch von den Nachgesprächen nach den Aufführungen der Gruppen erhofft sich die Theaterpädagogin einen größeren Austausch unter den Schülern. "Das Festival basiert nämlich auf dem Netzwerkgedanken", sagt sie und wünscht sich deswegen, dass sich das jeweilige Publikum nicht nur aus Schülern der eigenen Schule zusammensetzt.
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