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Neuss: Schüler zeigen Flagge

VON MARION DREISCHER - zuletzt aktualisiert: 04.06.2008 - 22:41

Neuss (NGZ). Innerhalb des von der Landesregierung unterstützten Projektes „ Kultur und Schule “ beschäftigten sich Schüler des Berufskollegs mit dem Thema „ Rassismus “. Sowohl Aufklärung als auch Provokation spielten eine Rolle.

Filme, Linolschnitte und eine Internetseite: Gestern präsentierten die Schüler Pascal Zunke, Anna Scherbina und Künstler Burkhard Serong (v.l.), was die Jugendlichen innerhalb des Projektes „Kultur und Schule“ erarbeitet haben.  Foto:  A. Woitschützke
Filme, Linolschnitte und eine Internetseite: Gestern präsentierten die Schüler Pascal Zunke, Anna Scherbina und Künstler Burkhard Serong (v.l.), was die Jugendlichen innerhalb des Projektes „Kultur und Schule“ erarbeitet haben. Foto: A. Woitschützke

Neuss Alle wollten sie am Mittwoch sehen, die Ergebnisse des Projektes „Kultur und Schule“, die im voll besetzten Saal des Berufskollegs für Technik und Informatik (BTI) vorgestellt wurden.

Das gesamte Schuljahr hatten sich die Schüler einer Gestaltungsklasse mit dem Thema „Rassismus“ auseinandergesetzt, haben Filme gedreht, Bilder gemacht und sogar eine Internetseite erstellt - wofür sie gestern von ihren Mitschülern und Lehrern mit großem Beifall bedacht wurden.

Ganz einfach war der Entstehungsprozess jedoch nicht, wie Stephanie Preuß zugab. „Das Thema Rassismus ist ja schon sehr ausgelutscht und wir mussten uns erst mal Gedanken machen, was wir dazu überhaupt noch machen können“, erklärte die Schülerin, die im Bereich „Homestory“ tätig war und sich gemeinsam mit ihrem Team für einen zehnminütigen Film zum Thema „LARP“ entschied, in dem erklärt wird, was „Live Action Role Playing“ überhaupt ist.

Info

Ein vielfältiges Projekt

„Kultur und Schule“ umfasst verschiedene Themengebiete. Möglich sind Projekte rund um Literatur, Musik, Neue Medien, Film und Funk, Tanz, Bildende Kunst und Theater.

„Es ist eine Art Rollenspiel“, so Stephanie Preuß, die einen Freund mit diesem Hobby hat. „Da er auch noch Halb-Spanier ist, passte das ganz gut zum Thema und er hatte sich auch sofort bereiterklärt, mitzumachen.“

Ein weiteres der insgesamt fünf Filmteams setzte auf ein ähnliches Prinzip: Für den Kurzfilm nahm ein Jugendlicher die Videokamera mit zum Weihnachtsfest seiner Familie in Ungarn und machte einen Mitschnitt des realen Lebens, aber eben in einer ganz anderen Kultur.

„Einige dieser Filme werden bald im Kino Hitch präsentiert“, freute sich Künstler Nils Kemmerling, der das Projekt mit den Künstlern Christina Karababa und Burkhard Serong sowie dem Lehrer Jörg Rühenbeck umsetzte. Gemeinsam mit Karababa hatte er auch die Idee, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen.

Christina Karababa Foto: A. Woitschützke

„Wir dachten, dass das ganz gut passt und wir beide mit unserer Zusammenarbeit ein gutes Beispiel für Integration sind, da ich aus Griechenland komme“, erklärte Karababa.

Weniger um Integration ging es bei der Linol-Gruppe, die sich als Ziel gesetzt hatte, zu zeigen, dass „wir dagegen sind“. „Es sollte aber nicht zu plakativ wirken“, so Künstler Serong, der gestern die teils bunten, teils schwarz-weißen Bilder mit seinem Schüler-Team präsentierte.

Die Gruppe „Public Aktion“ stellte ihre Mitschüler dagegen auf die Probe. „Einmal haben wir die Mensa in Bereiche für Deutsche und für Ausländer unterteilt“, erzählen die Schüler. „Manche fühlten sich richtig angegriffen, anderen war es egal und manche fanden es sogar lustig.“ Die Bilder dazu sind mittlerweile im Internet zu sehen - jetzt erhoffen sich die Schüler eine Diskussion.

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Alle Bilder, Filme und Dokumentationen des Projektes gibt es ab sofort im Internet unter www.art-ischocke.org.

Quelle: NGZ


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