Neuss (NGZ). Bald feiern die Stadtwerke Neuss (SWN) mit einem Fest "100 Jahre Nahverkehr". Bis zum 11. September berichten unsere Reporter, wie der Versorger die Stadt bewegt. Heute: Warum Schützen wertvolle Mitarbeiter sind.
Der bekannteste Stadtwerker in Neuss fehlt auf dem Bild: Heinz Runde. Der Geschäftsführer gehörte 1987 zu den Gründern des Zuges Sportfreunde. "Bei so viel Schützengrün wollte ich den Gesamteindruck als schwarz-weißer Grenadier nicht stören", gibt er augenzwinkernd zu Protokoll. Dass viele seiner insgesamt 500 Mitarbeiter in den Schützenvereinen marschieren oder in Blaskapellen und Tambourkorps spielen, sieht der Chef der Stadtwerke Neuss (SWN) gern: "Weil Schützen immer richtig Gas geben!" Das doppeldeutige Wortspiel unterlegt er aber schnell auch ernsthaft: "Schützen identifizieren sich mit der Stadt, mit den Menschen und folgerichtig auch mit ihrem Arbeitgeber."
Stadtwerke Neuss
Gegründet 1923; anschließend als Eigenbetrieb geführt, 1991 in eine GmbH überführt.
Eigentümer Stadt Neuss (75 Prozent) und RWE (25 Prozent)
Mitarbeiter knapp 500
Busfahrzeuge 78
Haltestellen 300
Fahrgäste 25 Millionen pro Jahr Buslinien 12
Länge Liniennetz 158 Kilometer
Die große Gruppe der Stadtwerke-Schützen wird von zwei Höchstchargierten angeführt. Robert Hoppe, der als Produktmanager für den Gas- und Stromvertrieb sorgt, repräsentiert als Bundesmeister den Bezirksverband Grevenbroich im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Sein Technikkollege Johannes Steinhauer kommandiert als Oberst das Weckhovener Regiment. Steinhauer ist aktiver Reiter und stellte für das Foto die beiden Pferde zur Verfügung. In fünf von zehn Neusser Korps ist die SWN-Belegschaft vertreten. Hinzu kommen mit Holzheim, Uedesheim und Weckhoven drei weitere städtische Schützenvereine sowie im Rhein-Kreis noch Bedbudyck-Stessen und die Bruderschaft in Gindorf. Als Musiker wirken Stadtwerker beim Jägertambourkorps "In Treue fest" Grimlinghausen mit; ebenso im Musikverein Holzheim.
Aus der Geschäftsführung konnte sich Stephan Lommetz letztlich der Sogwirkung des Schützenwesens nicht entziehen. Als Spätberufener gab er vor zwei Jahren bei den "Nüsser Nachtschwärmern" von der Schützenlust sein Debüt. An der Seite seines Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Geerlings – SWN Energie und Wasser – kommt Lommetz morgen zum dritten Mal auf den Markt. Jetzt aber in einer eigenen Uniform. Zum 50. Lebensjahr ließ er sich beschenken ... "Das könnte ein Indiz sein, dass sich Stephan Lommetz auf eine Karriere als Schütze einstellt", rekelt Geerlings.
Die Schützen aus den Reihen der Stadtwerke geben dem großen Versorger ein Gesicht. Davon ist Jürgen Scheer überzeugt. Er muss es wissen. Er leitet die Abteilung Kommunikation und Marketing. Außerdem macht auch er bei den Schützen mit. Vergangenes Jahr schnupperte er bei den "Brasselsäcke" von den Hubertusschützen rein, jetzt ist er Mitglied. Scheer: "Mit der gelebten Liebe zur Heimatstadt führen wir die Firma aus der Anonymität heraus." Und so ganz nebenbei: Stadtwerke-Busse sind an den Schützenfest-Tagen im Sonderdauereinsatz.
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