Neuss (NGZ). Die mögliche Schließung und der Abriss des Stadtbades aus Kostengründen ist auch an Neusser Schulen ein Thema. Neben fünf Vereinen nutzten 16 Schulen das Innenstadtbad, das über die einzige 50-Meter-Bahn in der Stadt verfügt.
Eine "Katastrophe" nennt Klaus Killich, Direktor des Gymnasiums Norf, solche Gedankenmodelle. "Zum Schwimm-Unterricht sehe ich keine Alternative."
Auch zum Stadtbad selbst gibt es für die Schulen keine Alternative, "weil es ja eben als Sportbad angelegt ist, anders als Nord- und Südbad", sagt ein Sportlehrer, der nicht genannt werden möchte. Schon jetzt ist es mitunter unübersichtlich, wenn die acht Bahnen von Schulklassen voll belegt werden. "Dann sind fast 200 Schüler im Wasser – da kann ich kaum erkennen, wer noch den Kopf über Wasser hat oder nicht mehr."
Gerade aus Sicherheitsaspekten wäre aus Sicht der Schulen eine Schließung fatal. Während der Renovierungszeit im Stadtbad finanzierte eine Schule mit Geldern des Fördervereins eine zusätzliche Aufsicht, weil die Bahnen im Nordbad überfüllt waren. "Die Kollegen hatten Sicherheitsbedenken", so Schulleiter. Die Argumentation der Verwaltung, dass in Zeiten der Sanierung und Umgestaltung eines Bades eine Verteilung des Schwimmunterrichts auf zwei Bäder auch geklappt habe, wird nicht geteilt.
Vor allem die Effektiv würde leiden und für Schulen sich die Frage stellen, ob es dann noch Sinn macht, Schwimmunterricht anzubieten. In der Regel wird Schwimmen als zweistündige Schulstunde angesetzt. Für Hin- und Rückweg sowie Umziehen geht so viel Zeit drauf, dass am Ende meist nur 30 bis 40 Minuten Zeit im Bad übrig bleiben. Von der reinen Schwimmzeit im Wasser ganz zu schweigen.
Josef Burdich, Leiter des Marienberg-Gymnasiums, einer der Hauptnutzer des Stadtbades, findet einen möglichen Wegfall als "empfindlichen Einschnitt, da der Schwimmunterricht konstitutiver Bestandteil des Sportunterrichts ist. Organisatorisch war die bisherige Möglichkeit durch die Nähe des Bades optimal".
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