kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Zwei neue Operationsmethoden in der Erprobung: "Schwingungs"-Schere hilft im OP Blut sparen

zuletzt aktualisiert: 10.03.2003 - 21:08

Zwei neue Operationsmethoden in der Erprobung (NGZ). Im Operationssaal werden die Schnitte immer kleiner. Minimalinvasiv nennen das die Chirurgen, für die sich aus den kleinen Operationsöffnungen praktische Probleme ergeben können. Zum Beispiel, wenn im Körper Knoten zu knüpfen sind. "Dabei brechen sich die Kollegen oft fast die Finger", umreißt Professor Dr. Peter Goretzki ein Problem, das - neben anderen - zur Weiterentwicklung der Operationsmethoden führte. Dank neuer Methoden kann Professor Peter Goretzki (mit Lupenbrille) im Operationssaal gelassener agieren.

Herausgekommen ist unter anderem ein neues Verfahren zur millimetergenauen Verödung von Gefäßen, das seit drei Monaten - neben einem Verfahren zur Operation mittels Wasserstrahl - im Neusser Lukas-Krankenhaus in der klinischen Erprobung ist. Beide Verfahren beschäftigten am Freitag unter dem Titel "Chirurgie ohne Naht und Knoten" einen internationalen Chirurgenkongress im Neusser Dorint-Hotel, bei dem die Düsseldorfer Uni-Klinik und das Lukas, in Deutschland "Studienführer" für das Verödungsverfahren, als Gastgeber auftraten.

Noch vor Abschluss der klinischen Erprobung steht für Goretzki und für Bernhard Josef Lammers, seinen Oberarzt in der Chirurgischen Klinik, fest: Die neuen Verfahren müssen im Lukas-Krankenhaus Standard werden. Denn die Vorteile einer jeden Neuentwicklung aus Patientensicht - Sicherheit, Schmerzfreiheit und Prognoseverbesserung - erfüllen beide Verfahren, auch weil sie helfen, die Operationsdauer zu verkürzen. Diese Entwicklungen stehen in einer Linie mit anderen, die allesamt das Ziel verfolgen, blutsparend zu operieren. Ein Trend, der auch das Berufsbild des Chirurgen verändert.

Eine neue "Schwingungs"-Schere (kleines Bild) macht Operationen an der Schilddrüse zur fast unblutigen Angelegenheit. NGZ-Fotos: Woi

Früher wurden große Operationen gleichgesetzt mit hohen Blutverlusten. Das musste einfach so sein, auch im Selbstverständnis der Chirurgen, die in ihrer Zunft als Heroen galten, schnell und stark eingreifen konnten. An ihre Stelle tritt der Operateur, der dank neuer Methoden gelassener agiert, weil blutsparende Eingriffe planbarer, beherrschbarer und damit sicherer werden. Die in Fernsehserien als typisch vermittelte Hektik im Operationssaal wird zunehmend untypisch, ist Vergangenheit. Im Sinne des Patienten war der im Blut "watende" Operateur ohnehin nie. Denn jede Zugabe von Spenderblut, jede Transfusion birgt Risiken für den Patienten.

"Die Störung durch fremdes Gewebe kann so groß sein, dass es zu immunologischen Reaktionen kommen kann, die eine sinkende Lebenserwartung, eine Reduzierung der Überlebenschancen nach sich ziehen können", erklärt Lammers. Die Eingriffe insgesamt sind zwar nicht kleiner geworden, doch kommt man im Lukas-Krankenhaus zum Beispiel bei Operationen an der Leber ohne Blutzugabe aus. "Früher mussten bis zu sechs Einheiten verabreicht werden", erinnert Goretzki.

Möglich macht diesen Erfolg die Kombination beider neuer Techniken im OP-Saal: Erst wird das Organ, mit einem Wasserstrahl "beschossen", der die Gewebezellen platzen lässt und auswäscht, so dass nur die - intakten - Blutgefäße wie ein Skelett stehen bleiben. Dann werden mit der Verödungsschere die kranken Organteile - und zwar nur diese - abgetrennt. Das erfolgt mittels Schwingungen. "Schnitte" am Organ können so passgenau, am Befund orientiert erfolgen und werden nicht mehr großflächig gemacht.

Beste Erfahrungen mit der neuen Blutklemme haben Goretzki und Lammers auch bei Operationen an der Schilddrüse gemacht. Hierfür ist das Lukas als Schwerpunktkrankenhaus bekannt, weshalb es auch bei der klinischen Erprobung als erstes von deutschlandweit vier Häusern angesprochen wurde. Über weitere Anwendungsmöglichkeiten denken die Chirurgen am Lukas schon nach.

Für Eingriffe an der Lunge ist die "Schwingungs"-Schere noch nicht die erste Wahl, aber bei der Entfernung von Mandeln, wo die Nachblutungen noch immer groß sind, sowie von Hämorrhoiden deuten sich neue Möglichkeiten an. Sofern sich diese auch wirtschaftlich darstellen lassen, wie Goretzki einschränkend anmerkt. Christoph Kleinau

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR

Kirchen beziehen klar Stellung gegen den Irak-Krieg

Gebete und Glockengeläut für Frieden

Strikt gegen den Irak-Krieg sprachen sich Donnerstag die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche aus. Zu den deutschlandweiten Protestaktionen um 10 Uhr, an denen sich in Neuss nur wenige beteiligten, ließ zum Beispiel Rektor Martin ... mehr

 

Stadt und jüdische Gemeinde über Synagogen-Bau

"Viele Missverständnisse ausgeräumt"

Von Thilo Zimmermann mehr

 

Keine Entscheidung zur Bäderausgliederung

Verbund mit Stadtwerken so gut wie sicher

 

Maria Mackels beging ihren Geburtstag

Älteste Neusserin jetzt 105 Jahre

 

Bouwmans wird am Samstag in Deurne beerdigt

Totenwache für Pfarrer Bouwmans

 

18. Neusser HNO-Kolloquium im Swissôtel

Querflöte spielen auch ohne Kehlkopf

 
Anzeige:
Restaurant-Tipps für Neuss


BILDER AUS NEUSS
Feuer in der Papierfabrik
Feuer in der Papierfabrik
Bei einem Brand in der Papierfabrik FS-Karton .. mehr 
 
Feuer in der Papierfabrik
Feuer in der Papierfabrik
Bei einem Brand in der Papierfabrik FS-Karton ..
mehr 
Historische Fotos aus Neuss
Historische Fotos aus Neuss
Historische Fotos: So sah Neuss früher aus.
mehr 
Abriss von Glockenteilen im Quirinus-Münster
Abriss von Glockenteilen im Quirinus-Münster
Abriss von Glockenteilen im Quirinus-Münster im Mai 2012
mehr 
So sieht der Platz am Romaneum aus
So sieht der Platz am Romaneum aus
So sieht der Platz am Romaneum aus (Mitte Mai 2012)
mehr 
Was gibt's Neuss - Netzwerktreffen April 2012
Was gibt's Neuss - Netzwerktreffen April 2012
Was gibt's Neuss - Netzwerktreffen April 2012
mehr 
Die Quirinus-Prozession 2012
Die Quirinus-Prozession 2012
Die Quirinus-Prozession 2012
mehr 
Ausstellung: Jäger der verlorenen Geschichte
Ausstellung: Jäger der verlorenen Geschichte
Ausstellung: "Jäger der verlorenen Geschichte" ..
mehr 
Warnstreik bei AluNorf
Warnstreik bei AluNorf
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ih ..
mehr 
 
Familienanzeigen