Neuss (NGZ). Morgen wird gefeiert: Die Jugendberatungsstelle, kurz JUBS, wird 30 Jahre alt, die ebenfalls an der Drususallee untergebrachte Arbeitslosenberatungsstelle ist ein Vierteljahrhundert alt.
Morgen wird erst einmal gefeiert: Seit 30 Jahren besteht die Jugendberatungsstelle (JUBS), seit 25 Jahren die Arbeitslosenberatung, beides Angebot des Evangelischen Kirschenkreises Gladbach-Neuss. Wenn dann in geselliger Runde Mitarbeiter und Gäste sich austauschen, zwei Kabarettistinnen für Unterhaltung sorgen, dann treten die schwierigen Themen, um die es täglich in den beiden Einrichtungen an der Drususallee geht, in den Hintergrund.
Arbeitslosigkeit, Zukunftsängste, Ärger mit den Eltern, Stress in der Schule, Alkohol- und Drogenprobleme – die Palette der Themen, mit denen JUBS-Chefin Bettina Wietzke und ihr Team sowie Angela Stein-Ulrich in der Arbeitslosenberatungsstelle konfrontiert werden, ist breit. Von "Multiproblemen" spricht Wietzke ganz offen, die 1980 schon die JUBS miteröffnete. "Meist haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur ein Thema, mit dem sie zu uns kommen." Das ist anders als noch in den Anfängen der Jugendberatungsstelle, die Wietzke lieber als Erziehungsberatungsstelle bezeichnet. Denn die JUBS wird auch gleichermaßen von Eltern aufgesucht, die im Umgang mit ihren Kindern nicht mehr weiter wissen. Warum das so ist, erklärt die erfahrene Diplom-Psychologin so: "Die Bedingungen für Jugendliche in nahezu allen Lebensbereichen haben sich verschärft. Es ist heute viel schwieriger erwachsen zu werden."
Jugendberatungsstelle
1980 Eröffnung der JUBS an der Breite Straße mit zwei Psychologen und einer Sozialpädagogin
1984 Einstellung eines weiteren Kollegen
1994 Umzug in das Haus des Evang. Kirchenkreises an der Drususallee 81
1997 Bettina Wietzker übernimmt die Leitung
Das drückt sich auch in Zahlen aus: Die Zahl der Klienten ist von 271 im Jahr 1982 auf 479 im vergangenen Jahr gestiegen. Die Hälfte von ihnen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren. Beratungen und Therapien erfolgen einzeln, mit Teilen der Familie oder auch mit der gesamten Familie. Die JUBS hat ihre Angebote mit Elterntrainings und einer Online-Beratung erweitert, die vor allem von Jugendlichen gut angenommen wird. Wichtig: "Alle Beratungen sind anonym, vertraulich und kostenlos", sagt Bettina Wietzke. Neben dem Kirchenkreis ist die Stadt eine der wichtigen Geldgeberinnen.
Dies ist auch bei der Arbeitslosenberatungsstelle der Fall, die aus finanziellen Gründen aber nur mit zwei Fachleuten mit jeweils 25 Stunden besetzt ist. "Flyer verteilen wir schon keine mehr, weil wir die Arbeit sonst nicht schaffen", sagt Angela Stein-Ulrich. Die Finanzierung steht meist auf wackligen Füßen, sagt Superintendent Hermann Schenck, "dabei steht für uns außer Frage, dass diese Beratung zu unserem gesellschaftlichen, diakonischen Auftrag gehört". Auf etwa 800 Ratsuchende mit rund 1400 Beratungen kommt die Einrichtung, die 1985 an der Düsseldorfer Straße als Arbeitslosentreff begann und Freizeit- und Beratungsangebote kombinierte. Heute nehmen Rechtsfragen einen großen Teil der Arbeitszeit ein.
Info JUBS Telefon 02131-27033, Internet www.jubsneuss.de und Arbeitslosenberatung Telefon 02131-222771
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