Neuss (NGZ). Neuss Wenn die Neusser in Sachen Sicherheit einen Wunsch frei hätten, dann würden sie ihn wohl so formulieren: „Abends und nachts mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitsservice in der Innenstadt.“ Viele Gefühle („mulmig, unsicher, bedrückend“) waren im Spiel, als sich am Dienstag NGZ-Leser beim „Heißen Draht“ der NGZ zum Thema Sicherheit in der Innenstadt äußerten. Eine Auswahl:
Peter Porten„Die Brennpunkte sind allgemein bekannt - auch der Polizei. Die Polizei ist leider immer erst vor Ort, wenn sie einen Hinweis auf ein kriminelles Delikt erhält. Es fehlt die Vorsorge, die regelmäßige Präsenz der Polizei an den Brennpunkten unter anderem: Niedertor/Erftstraße, Wierstraet-Weg, nachts auf der Hauptstraße, wenn randalierende Jugendliche auf dem Heimweg aus der Disco sind. Fest steht: Viele ältere Menschen wagen sich kaum noch in die Innenstadt, vermeiden Bushaltestellen, wo Jugendliche, vielfach mit Migrationshintergrund, lagern.“
Ingrid Bolten „Ich wohne in der Innenstadt und fühle mich dort nicht besonders sicher. Wenn ich mit meinem Mann spätabends von einer Veranstaltung nach Hause gehe, zum Beispiel über die Bergheimer Straße in Richtung Mühlenstraße, dann begegnen uns schon viele dunkle Gestalten.“
Helmut Wessels„Tagsüber ist die Situation sicherlich ok. Dann sind auch Polizei und Servicekräfte der Stadt zu sehen. Aber abends und am Wochenende, vor allem im Bereich von Neustraße/Hamtorstraße, da bin ich froh, wenn ich dort heil vorbei bin.“
Christa Sophia Winter„Ich wohne in der Innenstadt. Seit ungefähr zwei Jahren fühle ich mich nicht mehr sicher in der Innenstadt. Zum einen höre ich die ganze Nacht über was auf er Straße so passiert, wie Mülleimer umkippen, Wortwechsel, Schaufensterscheiben einschlagen oder am Morgen sind Blumen aus den Beeten gerissen. Selbst morgens früh ist man nicht mehr sicher.“
Aktion für 25 NGZ-Leser: Diskutieren Sie mit Experten!
Die Sicherheitslage in Neuss ist objektiv gut. Dennoch: Viele Menschen haben
ein mulmiges Gefühl, wenn sie abends durch die Innenstadt gehen oder im Dunkeln an einer Haltestelle stehen. Regelmäßig schrecken Meldungen über Raubüberfälle und Gewaltattacken auf. Welche (gemeinsamen) Anstrengungen unternehmen Polizei und Stadt? Welche Ecken in der Innenstadt sind besonders problematisch? Welche Verbesserungen halten Sie für nötig?
Die NGZ lädt 25 Leser ein, am morgigen Donnerstag , 14 Uhr, mit Experten aus
Polizei, Stadt und Politik am NGZ-Mobil vor der Alten Post und später bei Kaffee
und Kuchen im „Drusushof“ über das Thema Sicherheit in der Innenstadt zu diskutieren. Stellen Sie Ihre Fragen, sagen Sie Ihre Meinung!
Ihre Teilnahme zugesagt haben: Detlef Gernandt , Leitender Polizei-Direktor;
Hans-Willi Arnold , Pressesprecher der Kreispolizeibehörde; Uwe Neumann , Leiter des Kommunalen Service-Dienstes der Stadt; CDU-Partei-Chef Dr. Jörg Geerlings; Hartmut Rohmer , Sicherheitsexperte der SPD und ehemaliger Chef des Landeskriminalamtes.
Machen Sie mit! Schreiben Sie einfach eine E-Mail an kds@ngz-online.de. Mit
ein wenig Glück sind Sie dabei!
Annerose Holl „Sicher fühle ich mich nicht. Das gilt vor allem für den Bahnhofsbereich.“
Markus Jansen„Wir wohnen an er Krefelderstraße und leben leider in ständiger Angst und Schrecken, so dass wir überlegen, umzuziehen. Auf der Straße und sogar in unserem Hausflur, der wegen des Betriebes einer Arztpraxis werktags geöffnet ist, wird gestohlen und geprügelt. Mein Fahrradsattel wurde im Hausflur bereits dreimal gestohlen, ebenso Wanderschuhe. Dafür wurden Drogenüberreste und Spritzen zurückgelassen. Polizei und der kommunale Service-Dienst sind auf der Krefelder Straße wenig präsent. Der Penny-Markt öffnet seine Pforten bis 22 Uhr nur noch unter ständiger Begleitung eines Sicherheitsdienstes. Besonders unangenehm finden wir das Bahnhofsviertel, den Marienkirchplatz, die Krefelder- und Kapitel- sowie die Erftstraße und die Umgebung McDonalds. Dort lungern aggressive Personen eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir hoffen, dass unsere Stadt nach den Umbaumaßnahmen im Hauptstraßenzug freundlicher wird. Es besteht dringender Handlungsbedarf.“
Sükür Polat„Als türkischstämmiger Neusser fühle ich mich hier sehr wohl. Ein Gefühl der Unsicherheit habe ich nicht. Es gibt in jeder Stadt Orte, die unangenehm sind. Bahnhöfe gehören immer dazu.“
Ellen Wanders „Sicher fühle ich mich schon seit längerem nicht mehr. Fast täglich lese ich von Überfällen, sei es in der Innenstadt oder in angrenzenden Bezirken. Das hat zur Folge, dass ich noch nicht einmal nach einem Musikprogramm im Börsencafé meinen Heimweg (ca. sechs Minuten) zum Rheinwallgraben zu Fuß antrete. Ebenfalls verzichte ich seit längerem auf einen Fußmarsch spät abends nach einer Familienfeier vom Berliner Platz aus über die Further Straße in die Innenstadt - schade. Tagsüber sehe ich Polizei und den Kommunalen Service-Dienst, aber abends und nachts - besonders am Wochenende - fühle ich mich in der Stadt nicht sicher. Das gilt für die Hauptstraße und für die Nebenstraßen. Wir haben eine Polizeistation im Rathaus, die allerdings nur zur normalen Bürozeit besetzt ist. Gut wäre es, wenn die Polizei bzw. der KSD von dort aus auch abends bzw. am Wochenende für Ordnung sorgen würde.“
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