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Neuss: Singend durch den Turm

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 17.07.2007 - 21:30

Neuss (NGZ). Hombroich Ein Mensch ihrer Profession kann offensichtlich gar nicht anders: Kaum hat Eva Budde-Jandt die Raummitte erreicht, perlt eine Tonleiter durch das Gebäude. „Das macht jeder Sänger“, sagt sie lachend.

Eva Budde-Jandt war mehrere Male als Teilnehmerin beim Internationalen Sommerkursus dabei; jetzt hat sie seine Organisation übernommen.  Foto: Andreas Woitschützke
Eva Budde-Jandt war mehrere Male als Teilnehmerin beim Internationalen Sommerkursus dabei; jetzt hat sie seine Organisation übernommen. Foto: Andreas Woitschützke

Demnach dürfte in der kommenden Woche wohl jeden Tag ein kleines Konzert in dem von Erwin Heerich entworfenen Turm auf der Museumsinsel Hombroich erklingen.

Denn das Gebäude liegt im Sinne des Wortes auf dem Weg der 20 Musiker und vier Dozenten zum Internationalen Sommerkursus der Akademie Wort und Musik in der Konzertscheune.

Seit über 20 Jahren finden sich alljährlich Studenten und gestandene Musiker auf Hombroich ein, um mit ausgesuchten Musikdozenten sieben Tage lang intensiv zu arbeiten.

Sänger, die auf der Suche sind „nach einem Stimmklang, der durch ungestörte Resonanz körperlicher und seelischer Räume bewegt wird und bewegt“, wie es im Programmheft heißt.

Aber auch Pianisten, die nach einem „farbenreichen Klavierklang jenseits aller Vorgaben des Instruments“ streben, und „Lied-Duos, die ihre Fähigkeiten am Lied weiterentwickeln wollen“.

Info
Konzerte

Zum Rahmenprogramm des Sommerkurses vom 24. Juli bis 1. August gehören auch Konzerte. Das Eröffnungskonzert am Mittwoch, 25. Juli, steht unter dem Motto „Der Wald und die (deutsche) Seele“ zum 150. Todestag von Joseph von Eichendorff. Ein Vortrag mit Musikbeispielen stellt am Freitag, 27. Juli, „Grieg - einen norwegischen Europäer“ vor; ein Liederabend am Montag, 30. Juli, erzählt mit Werken von Schumann und anderen „Von fremden Ländern und Menschen“. Das Abschlusskonzert am Mittwoch, 1. August, gestalten Teilnehmer des Kurses mit eigens dafür erarbeiteten Werken. (Konzertscheune, Beginn jeweils 19.30 Uhr, 15 Minuten Fußweg einplanen)


Von letzteren melden sich leider zu wenig an, wie Eva Budde-Jandt bedauernd sagt.

Die 28-Jährige ist als ehemalige Teilnehmerin am Kurses der von Professor Ulrich Rademacher (übrigens ein gebürtiger Neusser) gegründeten Akademie mehrfache Wiederholungstäterin und insgesamt so begeistert von der Einrichtung, dass sie nun auch die Organisation und Planung übernommen hat.

Vor sieben Jahren hat sie die Museumsinsel zum ersten Mal betreten und war sogleich fasziniert von „diesem besonderen Ort“.

Die in Wuppertal lebende Künstlerin war durch ihren Professor an der Kölner Musikhochschule, Arthur Janzen, der auch in Hombroich unterrichtet, auf den Hombroich-Kursus aufmerksam geworden, ist seitdem jedes Jahr wiedergekommen.

Die Arbeitsatmosphäre im international besetzten Kursus, die Erkenntnis, es bei den Dozenten mit „künstlerischen Persönlichkeiten und großartigen Pädagogen“ zu tun zu haben, mache die Veranstaltung so attraktiv, sagt sie.

Mit 20 Teilnehmern ist zudem ein intensives Arbeiten möglich, morgens in der Musikschule an der Lützowstraße, nachmittags in der Konzertscheune.

Den Stundenplan für den Einzelunterricht stellt Budde-Jandt zusammen - nach Absprache mit den Studenten im Alter von 18 und 45 Jahren.

In diesem kommen sie unter anderem aus Norwegen, Belgien, Schweden, Deutschland und Ägypten kommen und größtenteils privat bei den Freunden und Förderern der Akademie untergebracht werden.

Das Besondere am Hombroicher Meisterkursus ist zudem, dass die Musikdozenten Ulrich Rademacher (Klavier), Sissel Høyem Aune (Mezzosopran) und Arthur Janzen (Tenor) von der Eutoniepädagogin Barbara Ocusono unterstützt werden. Sie lehrt die Teilnehmer, Körper und Stimme als Einheit zu begreifen.

Quelle: NGZ


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