Neuss (NGZ). Wenn der Cellist Nicolas Altstaedt mit dem Quatuor Ebène beim Zeughauskonzert spielt, stehen nicht nur fünf herausragende Musiker auf der Bühne, sondern auch fünf Freunde. Die Musiker arbeiten viel und gerne zusammen.
Er sitzt in Berlin und freut sich auf seinen Besuch. Nicolas Altstaedt erwartet die Musiker des Quatuor Ebène und weiß schon jetzt: "Wir werden sehr viel proben, aber auch viel feiern." Wobei Ersteres gar nicht so nötig ist, denn den Cellisten verbindet mit den vier Musikern des französischen Ensembles nicht nur eine gute Freundschaft, sondern auch eine schon oft erprobte und vom Publikum gefeierte Zusammenarbeit auf der Bühne.
"Das Quatuor Ebène ist mein Lieblingskammermusikensemble", sagt Altstaedt, "denn wir haben den gleichen musikalischen Bauch, das Herz und den Verstand."
Das Konzert
Wann Sonntag, 4. Dezember, 20 Uhr
Wo Zeughaus, Freithof,
Was Divertimento D-dur KV 136 von Mozart, das zweite Streichquartett von Alexander Borodin, Schuberts Streichquintett C-dur
Konzerteinführung 19.15 Uhr durch Carsten Dürer
Karten Tel. 02131 404239
Was in Worten schwärmerisch klingt, wird von ihm im schlichten Ton geäußert. Eben wie eine unumstößliche, aber selbstverständliche Wahrheit. Dass Altstaedt als Sohn eines französisch-deutschen Ehepaars die Muttersprache der Quartettmitglieder beherrscht, macht den Umgang vielleicht einfacher, aber reicht kaum aus, um das Verständnis untereinander auszuloten. Besonders mit dem Ebène-Cellisten Raphaël Merlin verbindet Altstaedt eine ebenso produktive wie herzliche Verbindung.
"Wir haben uns vor zehn Jahren kennengelernt", sagt der 29-Jährige, "und gleich festgestellt, dass wir das gleiche Grundverständnis von Musik haben, und wir sind beide von einem gewissen Fanatismus bei der Arbeit." So hat Merlin ihm immer wieder Werke auf den Leib geschrieben, zwei werden im nächsten Jahr uraufgeführt.
Und Merlin ist auch Teil des Programms, das Altstaedt als frischgebackener Leiter des Lockenhaus Kammermusikfestivals konzipierte: Etwa 40 Musiker werden unter Altstaedts Leitung auf Burg Lockenhaus und in der barocken Pfarrkirche des Ortes Werke von mehr als 30 Komponisten aufführen. In dieser Funktion, so scheint es, kann der Cellist auch ausleben, was ihn in der Musik umtreibt: "Jeden Tag weiterlernen, erleben, wie sich die Sicht auf die Werke verändert." Ohnehin hat er einen starken Hang zu zeitgenössischer Musik. Freut sich jedes Mal, wenn ein Veranstalter wie der Neusser Kulturreferent Rainer Wiertz für das Zeughauskonzert auch Zeitgenössisches wünscht: "Das ist oft nicht so."
Der vielfach prämierte und mit etlichen großen Musikern arbeitende Cellist hat relativ spät angefangen: mit sechs Jahren. Der Vater spielte Klavier und Cello, der Bruder hatte sich fürs Klavier entschieden, "und das Cello stand halt in der Ecke", erzählt er lächelnd. Schnell stellte sich die große Begabung des kleinen Nicolas heraus, die von den Eltern auch gefördert wurde, aber der Musiker stellt auch klar: "Ich habe es gleich geliebt, zu spielen." Ein so genanntes Wunderkind sei er nie gewesen: "Ich konnte mich langsam entwickeln und habe auch in Ruhe mein Abitur gemacht."
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