Neuss (NGZO). Die starke Sonneneinstrahlung der vergangenen Tage und Wochen hat nicht nur Flüsse und Seen aufgeheizt, sie fördert auch das Algenwachstum. Einige Badeseen in der Region mussten schon geschlossen werden, weil sich vor allem die Blaualge, die giftige Stoffe abgeben kann, in kritischem Maße vermehrt hat. In Neuss allerdings ist die Algenblüte noch nicht zum Problem geworden.
"Die aktuellen Wasserwerte sind selbst bei einer Wassertemperatur von derzeit 24 Grad unbedenklich", erklärt Markus Braun, Geschäftsführer der Neusser Bäder und Eissporthallen GmbH. Er hat die Verantwortung für den Naturbadesee in der Wellness-Oase Well-Neuss am Südbad, den einzigen offiziellen Badesee im Stadtgebiet. "Unsere vielfältigen Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -kontrollen machen sich bezahlt", sagt er. Cyanobakterien, wie die Blaualgen in der Fachsprache heißen, sind in diesem wöchentlich untersuchten Gewässer nicht nachgewiesen. Sichttiefen von mehr als einem Meter sind weiter Standard.
Am Sandhofsee im Neusser Süden soll das Wassersportzentrum entstehen. "Die Wasserqualität ist spitze", sagt Ulrich Ziegler, Vorsitzender des Tauchsportclubs Pluchra Amphora mit Blick auf bis zu 15 Meter Sicht unter Wasser. Anders als etwa das Jröne Meerke wird dieser See noch regelmäßig auf Veranlassung des Vorbesitzers, der Rheinischen Baustoffwerke beprobt. Das Kreisgesundheitsamt stellt keine Untersuchungen an, denn dieses Gewässer gilt nicht als Badesee.
Täglich kontrolliert werden angesichts des hochsommerlichen Wetters auch die drei Weiher in der Innenstadt. Schwierigkeiten seien noch nicht aufgetreten, sagt Rudolf Westermann vom städtische Grünflächenamt. Aber dafür muss die Stadt einen großen Aufwand betreiben. In den Weiher im alten Stadtgarten wird rund um die Uhr Grundwasser mit einer Temperatur von 12 bis 14 Grad gepumpt. Das hält ihn kühl und dämmt die Algenblüte ein. Durch den Weiher im Rosengarten fließt Wasser aus dem Erftmühlengraben, zusätzlich laufen rund um die Uhr zwei Belüfter. Am kritischsten steht es um den kleinen Alten Weiher. Hauptproblem dort ist nach Westermanns Auskunft der Nährstoffeintrag durch Fütterung.
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