Neuss (NGZO). Die Anforderungen an die Jugend- und Sozialpolitik in der Stadt werden größer, mit mehr Geld für diese Aufgaben aber rechnet Sozialdezernent Stefan Hahn "bei allem Optimismus nicht". Um politischen Verteilungskämpfen die Spitze zu nehmen, hat die Verwaltung ein Sozialmonitoring eingeführt, das den jährlichen Sozialbericht alter Prägung ablöst.
Der war rückwärts gewandt und stellte dar, was die Verwaltung anbietet und in der Vergangenheit geleistet hat. Die neue Berichtsform dient aber einer anderen Fragestellung: "Werden die Ressourcen richtig eingesetzt?" Und: "Werden die Stadtteile gerecht behandelt?"
Wo in Neuss die Probleme liegen, das hat auch ein Zugezogener nach wenigen Wochen heraus, sagt Hahn. Deshalb boten Datensammlung und Analyse, die gestern dem Sozialausschuss vorgelegt wurde, keine Überraschungen. Handfester aber wird die Datensammlung, wenn in einem zweiten Schritt – bis Ende des Jahres – auch eine Darstellung aller Angebote in den 24 statistischen Bezirken vorliegt. Und zwar nicht nur die Angebote der Stadt, sondern auch die anderer Akteure mit gleicher Zielrichtung: Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Land (Schulen) oder gar Bund. Bis Mitte 2011 will die Verwaltung Handlungsempfehlungen erarbeiten, die der Politik vorgelegt werden.
Diese Berichte sollen regelmäßig aktualisiert werden, so dass sich auch nachzeichnen lässt, wie sich ein Quartier entwickelt – um die Angebote anpassen zu können. Ob zum Beispiel die Schließung einer Einrichtung notwendig werden könnte, wird dann mit zeitlichem Vorlauf diskutiert werden können, sagt Hahn, der überzeugt ist: Auch die Debatte über mögliche Schulschließungen könnte der Sozialbericht versachlichen helfen.
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