Schulen in Neuss (NGZ). Auf dem Stundenplan für die Klassen 5 und 6 steht das Fach "Soziales Lernen", denn in der Ganztagshauptschule Geschwister Scholl in Norf wird vor allem Wert auf gegenseitigen Respekt gelegt.
Seit Beginn des Schuljahres ist es in der Schule viel ruhiger geworden. Schulleiter Wilhelm Handke kennt den Grund: "Wir haben das Lehrerraumprinzip eingeführt", sagt er. Das heißt, die Lehrer haben ihren Klassenraum, die Schüler "wandern" nach jeder Stunde. So sind die Lehrer bereits da, wenn die Schüler kommen und achten darauf, dass die Klassen sauber verlassen werden. Ebenfalls neu seit diesem Schuljahr: die 60 Minuten-Unterrichtsstunde.
Die erste Stunde beginnt an der Geschwister-Scholl-Schule um 8.30 Uhr. Doch ab 7 Uhr ist bereits der Spielraum geöffnet, in dem die Schüler sich nicht nur beschäftigen, sonden auch frühstücken können. Unterricht ist von 8.30 bis 10.30, von 11 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr, außer dientags. Da ist ab 14.30 Uhr Konferenztag. In der einstündigen Mittagspause können die Schüler die Turnhalle, den Computerraum oder aber die Außenanlagen nutzen. Warmes Mittagessen gibt's natürlich auch.
Schule in Zahlen
Schüler 306
Lehrer 32 und 1 Sozialarbeiterin
Träger Stadt Neuss
Einzugsbereich Neusser Süden
Schulprofil Förderung sozialer Kompetenz
Besonderheit gebundener Ganztag, zwei Klassenlehrer-Prinzip in der Unterstufe
Adresse Lahnstraße 2-4, Norf
Telefon 02137-91870
Website www.gths-norf.de
Die Norfer Hauptschule bietet seit mehr als 20 Jahren den Ganztag an, seit 2004 jedoch ist er verpflichtend, das heißt die Jungen und Mädchen dürfen das Schulgelände nicht verlassen.
Ein Schwerpunkt der Schule an der Lahnstraße ist die Förderung von Schülern mit Lese-Rechtschreibschwäche. In den Orientierungsstufen 5 und 6 steht das Prinzip "Ermutigender Anfang". Damit soll den Jüngsten der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe erleichtert werden. Weitere Besonderheiten für die "Neuen": Jede Klasse hat zwei Klassenlehrer. Zudem stehen in der fünften zwei und in der sechsten Klasse eine Stunde "Soziales Lernen" auf dem Stundenplan. Unterrichtet werden sie von der Sozialarbeiterin der Schule, Angelika Jansen, die auch ein einwöchiges Ferienprojekt organisiert und betreut. "Schüler, die sich das ganze Jahr besonders engagiert haben, werden mit dieser Fahrt belohnt", erklärt sie. Dabei erhalten sie finanzielle Unterstützung aus den Frühstückseinnahmen, so dass die Teilnehmer maximal 100 Euro zahlen müssen.
Ein "Anti-Gewalt-Projekt" ist in Planung. "Wir haben vor, mit Schülern unter 14 Jahren, die bereits polizeilich aufgefallen sind, während der Ferien zwei Wochen in eine Hütte zu fahren", erläutert Angelika Jansen das Vorhaben. Auch die "Vorbereitung auf die Arbeitswelt" nimmt einen breiten Raum ein: Die Klassen 9 und 10 machen ein jeweils dreiwöchiges Praktikum in einem Betrieb, die Klasse 8 wird währenddessen erstmals drei Wochen im Berufsförderungszentrum Schlicherum verbringen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist unterschrieben. Doch über allen Programmen und Projekten steht einfach der Leitsatz: Die Schüler sollen sich wohl fühlen.
Termin Samstag, 22. Januar, von 8 bis 12 Uhr offener Unterricht in allen Klassen
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