Mittwoch Abend sorgte Norbert Rüther, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kölner Rathaus, gegenüber der NGZ für Klarheit: Die SPD werde sich an den Geschäften der Kölner CDU nicht beteiligen. Für eine Abwahl Wimmers als Stadtdirektor "steht die SPD nicht zur Verfügung". Worum geht es?
Bekannt ist, dass der neue Kölner OB Fritz Schramma und Stadtdirektor Bernhard Wimmer, beide CDU, nicht besonders gut miteinander auskommen. Die Chemie zwischen dem "kölschen" OB und dem korrekten Schlesier stimmt nicht. In den Kölner Medien wird deshalb heftig spekuliert: Bleibt Bernhard Wimmer Stadtdirektor in Köln oder nicht? Gestern verbreitete der Kölner "Express" das Gerücht, Wimmer würde zum Jahresende das Handtuch schmeißen und nach Neuss zurückkehren, um sich als Rechtsanwalt niederzulassen.
Er solle sogar bereits eine Immobilienfirma mit der Suche nach geeigneten Kanzleiräumen beauftragt haben. In Neuss ist von solchen Plänen nichts bekannt. Wimmer war vor Köln von 1992 bis 1998 Stadtdirektor von Neuss. In der Kölner Stadtverwaltung erfuhr er sofort heftigen Gegenwind. Über Wimmers preußische Amtsführung und seinen Umgang mit Mitarbeitern wird im Rathaus viel gemeckert - was man ja aus Neuss bereits kannte.
Viel entscheidender ist aber die Rolle von Schramma. Auf der Suche nach einer Rathaus-Mannschaft seines Vertrauens werden etliche Namen gehandelt: Herbert Winkelhog, Leiter des OB-Büros, wird dabei als neuer Stadtdirektor genannt. Wimmer (er war gestern nicht zu erreichen) hat in den Kölner Medien bereits dementiert. Er sei weder amtsmüde noch dienstunfähig. Aus dem Rathaus wurde die Information lanciert, Wimmer habe zum Jahresende seine vollen Pensions-Ansprüche erreicht.
Wimmer begann 1973 im Bundesinnenministerium in Bonn. In den Veröffentlichungen wird der Eindruck erweckt, Wimmer würde eine satte Rente beziehen und außerdem als Anwalt arbeiten können. Was nicht gesagt wird: Wenn der Stadtrat Wimmer gegen seinen Willen abwählt, könnte Wimmer bei weiterlaufenden Bezügen auf Kosten der Stadt "spazieren gehen". So versucht die CDU jetzt, ihn durch Mobbing weich zu klopfen. hb
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