Neuss (NGZ). Der Verein "Neusser Bürgersolarpark" hat ein Problem – und das ist nicht die Einspeisevergütung, mit der Strom aus Phovoltaikanlagen bezahlt wird. Sein Problem ist, dass es kein Dach gibt, auf denen er solche Anlagen bauen kann. "Die Stadt gibt uns keine Flächen", sagt Roland Kehl, der zum Beirat des Vereins gehört. "Das ist wenig erfreulich."
Als Begründung gab die Stadt an, selbst auf geeigneten Dächer solche Anlagen betreiben zu wollen. Investor: die Stadtwerke. Für die bestätigte Stadtwerkesprecher Jürgen Scheer solche Gespräche. Man könne aber noch nicht von einer konkreten Ausbauplanung sprechen. Man sei in Überlegungen. Die gehen auch in die Richtung, die Stadtwerketochter "german contract" einzubinden. Die ist auf die Errichtung von Wärmeerzeugungsanlagen spezialisiert und hat etwa 200 davon für Unternehmen, Institutionen und Organisationen unterschiedlicher Branchen realisiert.
Für den Verein Bürgersolarpark ist das ein Rückschlag. Denn angetreten war man, um auf fünf Dächern solche Anlagen zu errichten und zu betreiben. Bevorzugt auf Schulen, wie Kehl sagt, weil dort das Thema umweltschonende Energiegewinnung im Rahme des Unterrichtes vermittelt wird.
Statt der fünf betreibt diese Investorengemeinschaft von derzeit 20 Bürgern eine einzige Anlage. Die ging noch im Juni auf dem Dach der Kreuzschule/Martin-Luther-Schule in Betrieb. Das Datum war wichtig, denn die Bundesregierung hatte angekündigt, zum 1. Juli die Einspeisevergütung zu reduzieren. Nachdem die Länder diesen Vorstoß abgewiesen hatten, beschäftigte der Gesetzentwurf den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag, der die Reduzierung billigte, ihre Umsetzung aber bis zum Oktober strecken will.
Der Verein Bürgersolarpark hätte die Mittel, rasch eine zweite Anlage in Rosellen zu realisieren, die vielleicht auch noch in den Genuss der alten Vergütungstarife käme. Denn die werden allen Anlagen am Netz für 20 Jahre garantiert. Gelingt das nicht, so Kehl, müsse der Verein überlegen, ob er bei verringerter rendite an dem Ziel festhalten kann, beim Kauf der Anlagenteile deutsche Produkte gegenüber asiatischen zu bevorzugen. Er hofft, dass durch politische Intervention beim Thema Dächer noch ein Kompromiss mit der Stadt möglich ist
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