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Neuss: Stadt will sechs Schulen schließen

VON KLAUS SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 16:08

Neuss (NGZ). Mit einer umfangreichen Umstrukturierung will die Stadt den rückläufigen Schülerzahlen Rechnung tragen. Neben Schulschließungen soll es auch eine Neue geben: die dritte Gesamtschule zum Schuljahr 2011/12.

Das  Foto: Andreas Woidschützke
Das Foto: Andreas Woidschützke

Die Stadt plant die größte Neustrukturierung der Schullandschaft ihrer Geschichte: Die dritte Gesamtschule soll im kommenden Schuljahr errichtet und sechs Schulen geschlossen werden, zwei Grund-, zwei Haupt- und zwei Realschulen. Bürgermeister Herbert Napp nannte vier Gründe für den Umbau: stark rückläufige Schülerzahlen, die Hauptschule als Auslaufmodell, die hohe Zahl der Abweisungen an den beiden bestehenden Gesamtschulen und die finanziell schwierige Situation der Stadt. Der Umbau im Einzelnen:

Dritte Gesamtschule Die Verwaltung wird Schulausschuss und Stadtrat die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort Leostraße/Frankenstraße in der Nordstadt zum 1. August 2011 vorschlagen. Sie soll in der Sekundarstufe I fünf und in der Sekundarstufe II zwei Züge umfassen. Napp: „Es ist ein Unding, dass Jahr für Jahr 250 bis 300 Schüler an den Gesamtschulen abgewiesen werden.“

Schulstandort Leo-/FRankenstrasse Im Gegenzug werden die Ganztagshauptschule Weißenberg, die Mildred-Scheel-Realschule und die Christian-Wierstraet-Realschule sukzessive aufgelöst. Das heißt, dass alle drei Schulen – wenn eine dritte Gesamtschule errichtet wird – mit Beginn des Schuljahres 2011/12 keine neuen Eingangsklassen mehr bilden werden.

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Napps Lockruf an die Opposition

Die Rathauspläne werden für Empörung sorgen. Es ist nur allzu verständlich, dass Lehrer, Eltern und Schüler nicht begeistert reagieren werden, wenn ausgerechnet „ihre“ Schule dicht machen soll. Aber die nackten Zahlen sprechen seit Jahren eine deutliche Sprache. Daher ist es richtig, dass die Verwaltung (endlich) dieses heikle Thema anpackt. Bürgermeister Herbert Napp ist zuversichtlich, für diese gewaltige Umstrukturierung eine politische Mehrheit zu finden.

Die CDU/FDP-Stimmen werden kaum reichen. Daher kann die dritte Gesamtschule, ein Herzenswunsch der SPD, nur das „Lockangebot“ für die Kröte sein, die die SPD mit der Barbaraschule zu schlucken hat.

Hauptschule an der Gnadentaler Allee Die Hauptschule wird mit Beginn des Schuljahres 2011/12 nach und nach aufgelöst. Sie wird ab diesem Zeitpunkt keine neuen Eingangsklassen mehr bilden. Hintergrund für die Schließung ist der dramatische Schülerrückgang sowohl bei der Einschulung als auch bei der Gesamtschülerzahl. Aktuell sind 26 Schüler für die Klasse 5 angemeldet, sechs davon mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

St.-Hubertus-Grundschule Die Reuschenberger Grundschule wird aufgelöst und nimmt ab dem Schuljahr 2011/12 keine neue Eingangsklasse mehr auf. Sie ist seit 2007 in allen Jahrgängen nur noch einzügig. Künftig sind in Reuschenberg nur noch Schüler für drei Züge vorhanden, die problemlos an der Albert-Schweitzer-Schule untergebracht werden können. Der Teilstandort der Gesamtschule an der Erft in Weckhoven wird dann in die Räume der Hubertusschule verlagert, die direkt neben dem Hauptstandort liegt. Das Gebäude am Lindenplatz soll vermarktet werden.

Barbaraschule Die bereits 2006 von Schließung bedrohte einzügige Barbaraschule soll aufgelöst werden. Die Schüler der Klassen zwei bis vier sollen ab 2011/12 am Standort der Gemeinschaftsgrundschule Die Brücke unterrichtet werden. Das „Gegenangebot“ der Verwaltung: Die für das Barbaraviertel vorgesehene fünfgruppige Kindertagesstätte wird in der Grundschule untergebracht und dort auch eine Jugendeinrichtung mit Spiel- und Bolzplatz installiert.

Bürgermeister Napp: „Mit diesen Maßnahmen dürfte das Thema Gemeinschaftsschule auf absehbare Zeit in Neuss keine Rolle spielen.“

Quelle: NGZ

 
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