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Neuss: Stadtwerke beleuchten Neuss

VON CHRISTOPH KLEINAU - zuletzt aktualisiert: 24.03.2010 - 12:40

Neuss (NGZ). "German contract" soll die Straßenbeleuchtung übernehmen. Grund: Das Unternehmen kann Steuervorteile erzielen, die Stadt nicht. Damit übernehmen die Stadtwerke ein ständig wachsendes Netz mit 17.700 Leuchten.

Einmalig hell: "Kofferleuchten" am Willy-Brandt-Ring.   Foto:  L. Berns
Einmalig hell: "Kofferleuchten" am Willy-Brandt-Ring. Foto: L. Berns

Die Aussicht auf eine jährliche Steuerersparnis in der Größenordnung von 100 000 Euro machte der Politik die Entscheidung einfach. Die Straßenbeleuchtung, so wurde mit Mehrheit entschieden, wird der Stadtwerketochter "german contract" übertragen. Damit wird den Stadtwerken eine Aufgabe zugewiesen, für die das städtische Tochterunternehmen schon einmal verantwortlich war – als es noch ein Amt war.

Mit dem Wechsel, dem unter anderem noch das Finanzamt zustimmen muss, nehmen die Stadtwerke ein ständig wachsendes Netz in ihre Zuständigkeit. Aktuell zählt Bernd-Ulrich Nahler, im Tiefbauamt zuständig für Straßenbeleuchtung und Verkehrssignaltechnik, rund 17 700 Leuchten im Stadtgebiet. Das entspricht – statistisch – einer Leuchte je 30 Straßenmeter und pro 8,5 Einwohner. Doch die Relationen verschieben sich. Denn die Einwohnerzahl bleibt stabil, die Zahl der Leuchten vergrößert sich hingegen mit jeder neuen Straße, jedem neuen Baugebiet.

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300.000 Euro hat das Tiefbauamt im Vorjahr in den Aufbau neuer Leuchten gesteckt. Weitere 50 000 Euro wurden in den Unterhalt der Laternen investiert. Städtisches Geld. Denn dazu kommen noch die Summen, die Versicherer nach Autokarambolagen mit Laternen überweisen müssen. "Damit haben wir auch viel zu tun", sagt Nahler.

Die Energiekosten belaufen sich zuletzt auf 735.000 Euro jährlich. Obwohl der Rat schon 1982 den Beschluss zum Energie- und Kostensparen gefasst hat. Seitdem, so berichtet Nahler, wurde Abschied von der Regelung genommen, bis 22.30 Uhr am Abend und morgens ab 6 Uhr die Lampen heller strahlen zu lassen, indem eine weitere Lichtröhre zugeschaltet wurde.

Einmalig nostalgisch: Nur am Markt gibt es – wieder – Gaslaternen. Foto: L. Berns

In den 1950er Jahren wurde die Gasbeleuchtung in Neuss auf elektrisches Licht umgestellt. Anlass dafür waren die Energiekosten und die Lichtausbeute pro eingesetztem Watt Energie. Die heute gängigen Natriumdampf-Hochdrucklampen schlagen die "Gasfunzeln" im Vergleich 113:2,8. Trotzdem, so Nahler, würden sich bei einer Befragung sicher neun von zehn Befragten für Gaslaternen aussprechen.

Seit der Umrüstung auf Strom hat eine Vielzahl von Leuchten-Typen in Neuss Einzug gehalten. Einige Laternen der ersten Generation, die so genannten Peitschenmasten, stehen noch heute. Etwa an der Weckhovener Straße. Aber die Palette ist viel größer. Heute zählt Nahler 140 unterschiedliche Fabrikate, die er grob in 16 Gruppen zusammenfasst. Die am schnellsten wachsende sind dabei die "Linsenleuchten", die Standardlampe für die Wohngebiete. Sie bringen 18 bis maximal 24 Watt Lichtleistung. Diese Menge reiche für diese Zwecke aus, sagt Nahler. Anders an den Hauptverkehrsachsen, wo es deutlich heller strahlen muss.

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Einmalig modern: Im Hauptstraßenzug strahlt der jüngste Leuchtentyp. Foto: L. Berns
Quelle: NGZ


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