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Neuss: Standortwerbung inklusive

VON MARION DREISCHER - zuletzt aktualisiert: 25.05.2008 - 22:10

Neuss (NGZ). Neuss Dass Vize-Präsidentin Trami-Christina Kraft die Mitglieder der Deutsch-Amerikanischen Clubs am Wochenende irrtümlich in Rheinland-Pfalz statt in Nordrhein-Westfalen willkommen hieß, sollte ein kleiner Fauxpas gewesen sein, der ihr nach Ende der dreitägigen Veranstaltung in Neuss wohl nicht mehr passieren wird. Denn bei dem Verbandstreffen stand nicht nur die turnusmäßige Jahreshaupversammlung auf dem Programm, sondern auch die Quirinusstadt an sich.

Nicht nur historische Bauten wie das Obertor waren am Wochenende Thema bei der Stadtführung für die Mitglieder der Deutsch-Amerikanischen Clubs. Rolf Lüpertz (vorne) ging beispielsweise auch auf die Bauarbeiten am Hauptstraßenzug ein.  Foto: Andreas Woitschützke
Nicht nur historische Bauten wie das Obertor waren am Wochenende Thema bei der Stadtführung für die Mitglieder der Deutsch-Amerikanischen Clubs. Rolf Lüpertz (vorne) ging beispielsweise auch auf die Bauarbeiten am Hauptstraßenzug ein. Foto: Andreas Woitschützke

„Die gemeinsamen Aktivitäten der 33 Clubs haben sich bisher immer hauptsächlich im Süden abgespielt“, erklärte Hans-Joachim Reich, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Neuss, die Bewerbung zur Austragung der diesjährigen „Convention“ (engl. für Tagung, Versammlung). „Wir wollten jetzt einfach mal unsere Region und unsere Arbeit darstellen.“ Schließlich seien viele der rund 120 anwesenden Mitglieder vor dem Wochenende noch nie in Neuss gewesen.

Gehört hatten Dank der guten Arbeit von Reichs Team aber schon einige von der Stadt am linken Niederrhein. „Für mich war es selbstverständlich, dass das Treffen hier stattfindet“, sagte US-Generalkonsul Matthew G. Boyse, „weil sich hier einfach sehr viel tut.“

Info
Der Neusser Club

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Neuss wurde 2000 gegründet und hat aktuell 53 Mitglieder. Seit 2006 ist sie Mitglied im Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs. Zweck des Vereins ist es, die Gedanken der Völkerverständigung zu pflegen und zu fördern. Dazu zählt auch, junge Leute bei der Studienplatzsuche in Amerika zu unterstützen.

Nicht zuletzt durch die Partnerschaft mit St. Paul seien sehr gute Kontakte entstanden, auch durch das Engagement und den Enthusiasmus - unter anderem werden regelmäßige Frühstücks-Treffen mit Firmen veranstaltet - kann der Neusser Club auf eine positive Bilanz blicken.

Hans-Joachim Reich macht dafür die „etwas andere Struktur“ verantwortlich, weil die Neusser Gesellschaft nicht aus ehemaligen Soldaten und einer Art Stammtisch entstanden ist, sondern eben über die Städte-Partnerschaft.

„Dadurch ist der Altersdurchschnitt bei uns niedriger als bei den anderen Clubs und wir sind sehr aktiv“, so der Neusser Präsident, der nicht nur den Kontakt zum US-Generalkonsul, sondern auch zu General William E. Ward, erster Kommandeur des US Africa Command, pflegt, der ebenfalls am Wochenende in Neuss zu Gast war.

Er äußerte sich genau wie Verbands-Präsidentin Annette Thor sehr positiv über die Stadt und die Arbeit des Clubs - was natürlich vor allem die Mitglieder freute. „Wir haben die Veranstaltung fast ein Jahr geplant und da wir ein kleiner Club sind, hatten wir natürlich eine Menge zu tun“, erklärte Marianne Klöckers, die im Neusser Vorstand tätig ist.

Neben einem Stadtrundgang wurde für die Teilnehmer beispielsweise auch ein Vortrag der Wirtschaftsförderung organisiert, in dem es sowohl um die internationalen Kontakte, als auch um die ortsansässigen amerikanischen Firmen ging. Interessant war diese Standortwerbung sicherlich nicht nur für die deutschen Club-Mitglieder, sondern auch für die 20 teilnehmenden Studenten aus Amerika, die momentan an Partneruniversitäten in ganz Deutschland studieren.

Für sie wird die Quirinusstadt übrigens auch weiter im Gespräch bleiben, denn die Neusserin Ellen Wanders wurde während der Versammlung zur Vorsitzenden für die Jugendarbeit gewählt. „Das freut uns natürlich sehr und festigt unsere Position, weil wir in Zukunft die Jugendaktivitäten des Verbandes verstärkt in unsere Region holen werden“, sagte Hans-Joachim Reich.

Quelle: NGZ

 
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