Neuss (NGZ). Neuss (hbm) Die rechtlichen Hürden sind überwunden, die Stiftung steht und hat ihre ersten Erträge bereits eingesetzt. „Wir sind etwas aus dem Zeitrahmen gerutscht“, gibt Stefan Zellnig zwar zu, „aber jetzt sind wir rechtsfähig“. Mit „wir“ meint er die Stiftung zur Förderung der Musikschule, die die GWG anlässlich ihres 100. Geburtstages vor sieben Jahren ins Leben gerufen hat.
Zellnig ist dabei in allen betroffenen Institutionen an entscheidender Stelle vertreten: Er gehört zum dreiköpfigen Vorstand der GWG, ist Beisitzer im Vorstand der Stiftung und führt als Vorsitzender den des Fördervereins an. Die Stiftung sei ein Spiegel der GWG und soll, so gibt er unumwunden zu, auch Marketing-Instrument sein: „In unseren Häusern wohnen schließlich Menschen aus allen Schichten.“
Mit dem Stiftungskapital von 255 000 Euro werden pro Jahr „rund 10 000 Euro“ erzielt, die zum Nutzen der Musikschule und mit Hilfe des Fördervereins ausgeschüttet werden können.
Allerdings gebunden an einen Schlüssel, wie Zellnig betont: 20 Prozent werden als Reserve für Projekte oder anderes zurückgelegt, 40 Prozent gehen in die Unterstützung von Musikschülern, deren Eltern sich Ausbildung oder Instrument nicht leisten können, und weitere 40 Prozent fließen in ein neues Projekt des Fördervereins, das sich „Musik macht exzellent“ nennt.
Mit dieser Initiative beschreitet der Förderverein einen neuen Weg: Besonders Begabten soll eine zusätzliche Ausbildung finanziert werden. Derzeit werden vier Musikschüler gefördert: Theresa Häming, Corinna Hentschel, Edwin Schulz und Joelle Vielhaber bekommen zusätzlichen Unterricht bei einem auswärtigen Fachmann ihrer Musikrichtung.
Initiiert und finanziell angeschoben hat das Projekt der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Bernhard Wibbe. Es richtet sich zurzeit ausschließlich an Jugendliche, soll aber nach Möglichkeit auf Acht- bis Zwölfjährige ausgedehnt werden.
„Dazu brauchen wir aber zusätzliche Sponsoren“, sagt Zellnig und hat deswegen am 2. April einen kleinen Konzertabend mit den vier ausgewählten Jugendlichen organisiert und gezielt Unternehmen aus der Region eingeladen.
„Dieser Exzellenzbereich hat uns bisher gefehlt“, sagt Musikschulleiter Reinhard Knoll und gibt auch zu, dass die Erfolge seiner Schüler bei „Jugend musiziert“ zumindest ab Reginalwettbewerb aufwärts größer sein könnten.
„Unser Ziel ist eher der Regionalwettbewerb, und wir haben in der Regel auch eine große Anzahl von Teilnehmern dafür melden können. Aber danach machen wir nicht mehr so viel Druck.“ Das könnte sich mit der Exzellenz-Initiative ändern.
Die Hilfe für sozial schwache Familien bleibt dabei ein wichtiges Standbein des Fördervereins, erklärt Zellnig und wird von Knoll unterstützt: „Aber ich lege größten Wert darauf, dass zunächst alle Möglichkeiten der Musikschule ausgeschöpft werden, bevor der Förderverein eingeschaltet wird“, betont er. Gleichwohl komme es pro Jahr in etwa 20 Fällen vor, dass die Hilfe der Freunde und Förderer nötig sei.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.