Neuss (NGZ). Am 1. Mai startet im Neusser Südbad die Freibadsaison. So zumindest ist es geplant, wenn das Wetter mitspielt. Zurzeit ist das Becken wasserlos, damit die Flächen geschrubbt und Schäden ausgebessert werden können.
Alexander Briede (35) ist zufrieden. Der Zeitplan stimmt. Und wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen peu à peu steigen, steht der Freibadsaison 2010 nichts mehr im Weg. Stichtag für die Eröffnung ist seit Jahren der 1. Mai. Und Briede ist recht zuversichtlich, dass das auch in diesem Jahr klappen wird. Wenn nicht, liegt es auf alle Fälle nicht am Einsatz des Betriebsleiters und seiner Mitarbeiter. Seit Montag tummeln sich drei im Außenbecken des Südbades und schrubben Boden und Wände. Zischende Hochdruckgeräte sind im Einsatz, um den "Kasten" von allem zu befreien, was die Badegäste im Mai nicht sehen wollen.
Bereits Mitte September wurde das Bad in Winterschlaf geschickt. "Zwei Wochen nach der Schließung am 31. August haben wir die Umwälzung ausgestellt", erklärt Briede. Zwei Wochen später sah das Wasser dadurch wie eine grüne Brühe aus. "Das ist so, wenn die Öko-Organismen Oberhand gewinnen", so der Experte. Ab November, also dann, wenn täglich mit Frost zu rechnen ist, wird am Rand des Beckens ein Schlauch installiert, der dafür sorgt, dass das Wasser stets von oben nach unten ausgetauscht wird, so dass – egal wie tief die Temperaturen sinken – eine eisfreie Rinne bleibt.
Öffnungszeiten
Geöffnet hat das Außenbecken vom 1. Mai bis 31. August, täglich von 8 bis 20 Uhr. Wer möchte, kann danach noch montags bis donnerstags bis 22 Uhr ins Hallenbad.
Besucher 120 000 Gäste in 2009
Preise Erwachsene zahlen für zwei Stunden 4,20, für vier Stunden 6,30, für eine Tageskarte 7,40 Euro. Jugendliche 2,10 oder 3,20 oder 3,70 Euro.
Das sei sehr wichtig, informiert Briede, denn Wasser, das friert, dehne sich bekanntlich aus. Das wiederum habe zerplatzte Fliesen zur Folge. Würde das Wasser sofort nach Schließung des Bades abgelassen, sei ebenfalls mit großen Schäden zu rechnen, denn durch Frost fallen die Fliesen einfach ab. Also blieb's drin– bis zur vergangenen Woche. Dann war es soweit: Vier Millionen Liter mussten 'raus. Eine ganze Woche dauerte es, bis das Becken "trocken" war. Und dann war Handarbeit angesagt. Die Mitarbeiter putzten und schrubbten Boden und Wände, beseitigten Schäden.
"Danach werden wir das Becken wieder füllen", sagt Briede. Hinein müssen ebenfalls vier Millionen Liter. Auch das wird eine Woche dauern. 13 bis 14 Grad hat das frisch aufgefüllte Nass dann. Für ungetrübte Planschfreuden zu kalt. Auf 24 Grad wird es noch erwärmt, bevor am 1. Mai die ersten Wasserratten hineinspringen können. Diese Temperatur wird dann auch konstant während der Saison gehalten. "Wenn es natürlich im Sommer tagelang sehr heiß sei, dann betrage die Wassertemperatur auch schon mal 26 oder 27 Grad. Für eine erfrischend Abkühlung schon fast zu viel, meint der Betriebsleiter.
Ein wenig Summer-Feeling hatten die Besucher des Süd(hallen)- und Nordbades allerdings schon in der vergangenen Woche. Denn durch das schöne Wetter konnten die Cabrio-Dächer einige Stunden geöffnet werden und gewährten denen, die nicht gerade untergetaucht waren, einen freien Blick auf den Himmel. "Nur eine Handvoll Bäder in Deutschland haben solch ein Dach", sagt Briede nicht ohne Stolz, als wären es seine eigenen.
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