Neuss (NGZ). Der Stangentanz, "Pole Dance" genannt, ist vor allem in Rotlichtvierteln beliebt. Doch immer mehr Menschen entdecken diese Art der Bewegung als Sport, der wenig Anrüchiges hat. Jetzt hat in Neuss das erste Pole Dance-Studio eröffnet.
Er gilt als sexy, anrüchig und war lange Zeit nur in Strip-Clubs vertreten: der Stangentanz. Das hat sich geändert. Etabliert in US-Fitnessclubs, wird Pole Dance auch in Deutschland beliebter. Sogar Männer interessieren sich für diesen Sport. Nicole Dohmen (35) und Melanie Bauer (31) sind dem besonderen Fitness-Training seit einigen Jahren verfallen. Jetzt haben sie in Neuss ein eigenes Studio eröffnet.
Auf rund 70 Quadratmetern und an fünf Stangen bringen sie im "Pole Dance Showroom" die Hüften zum schwingen. "Wichtig ist uns die familiäre Atmosphäre. Mütter können ihre Kinder mitbringen, und wir trainieren die Frauen und Männer in gemütlichen kleinen Gruppen", sagt Melanie Bauer.
Auch bei Olympia soll der Sport gezeigt werden
Pläne Laut "International Pole Dancing Fitness Association" soll Stangentanz zur Demonstrationssportart bei Olympia 2016 werden.
Neuss Pole-Dance Studio, Bergheimer Straße 94, showroom-dance@gmx.de
Sie selbst trainiert seit drei Jahren an der Stange und will nun ihr Hobby zum Beruf machen. "Überflüssige Pfunde purzeln im Nu, die Bewegung macht Spaß und man kann neue Menschen kennenlernen", sagt sie.
Kampf gegen anrüchigen Ruf
Pole Dance ist aus der akrobatischen Form des "Chinese Pole" und den Bewegungen von Strip-Club-Tänzerinnen entstanden, erläutert Nicole Dohmen. Männer mit ihrem Mehr an Muskeln können als "Human Flag", also in Form einer menschlichen Flagge, ihren Körper in die Waagerechte bringen und sich nur mit den Armen an der Stange festhalten. Lange hatte Pole Dance mit einem anrüchigen Ruf zu kämpfen.
Fiel vor wenigen Jahren der Begriff, sei bei Älteren sofort das Bild einer Striptease-Tänzerin dagewesen, berichtet Pole- Dance-Lehrerin Dohmen. "Man muss sich heute nicht mehr rechtfertigen, aber erklären, dass der Ansporn ein sportlicher ist", fügt sie hinzu. Pole Dance ist für Menschen jeden Alters geeignet, die Freude an Bewegung und Musik haben. Die Figur und die Optik sind Nebensache. "Man braucht Muskeln, ein gutes Körpergefühl und Geduld, denn die Haut muss sich erst einmal daran gewöhnen. Aber erste Erfolge stellen sich schnell ein", sagen die Lehrerinnen.
Nischendasein
Noch fristet der Stangentanz in Deutschland ein Nischendasein. Inzwischen taucht die Sportart dem Deutschen Pole Sport Verband (DPSV) zufolge aber immer häufiger in den Programmen von Fitnessstudios auf. Rund 5000 Pole Dancer halten sich demnach bundesweit fit, fünf Prozent von ihnen sind Männer. Seit 2005 kämpfen sogar Akrobaten um einen Weltmeister-Titel in dieser Sportart.
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