Schraubenproduzent Acument (NGZO). Der insolvente Schraubenproduzent Acument wird restrukturiert. Das bedeutet für den Standort Neuss den Abbau von 133 Arbeitsplätzen und die Aufgabe des Werkteils zwischen Weißenberger Weg und Karl-Arnold-Straße.
Nordstadt Die Firma Acument reduziert am Standort Neuss ihre Produktionskapazität und damit auch ihre 66 000 Quadratmeter große Werksfläche und gibt den Teil zwischen Weißenberger Weg und Karl-Arnold-Straße auf. Diese Maßnahme ist eines von insgesamt 130 Projekten, mit denen Dr. Wolf von der Fecht als bestellter Insolvenzverwalter die an bundesweit fünf Standorten ansässige Acument Deutschland GmbH restrukturieren möchte. Über dieses Unternehmen wurde am Montag durch Beschluss des Düsseldorfer Amtsgerichtes das Insolvenzverfahren eröffnet. Für den Standort Neuss (früher: Bauer & Schaurte) heißt Restrukturierung aber auch: 133 von 371 Arbeitsplätzen verschwinden.
Zahlungsunfähigkeit war am Ende der Knackpunkt, mit dem das Düsseldorfer Gericht seine Entscheidung begründete. "Das Unternehmen ist nicht überschuldet", stellte von der Fecht klar, doch seien zu große Verbindlichkeiten aufgelaufen. So mündet der am 6. August gestellte Insolvenzantrag nun in einem geregelten Insolvenzverfahren. Das ist zeitlich nicht befristet, doch will von der Fecht den Gläubigern im Frühjahr seinen Insolvenzplan vorlegen. Stimmen diese zu, könnte der Automobilzulieferer aus der Insolvenz geführt werden.
Vor drei Jahren hatte der US-Konzern Textron Verbindungssysteme seine deutschen Werke an den US-Finanzinvestor Platinum verkauft. Sie wurden Teil der Acument Global Technologies, doch schon Anfang dieses Jahres standen sie wieder zum Verkauf – einzeln oder im Paket. Weil sich kein neuer Investor fand, wurde im August das Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem Acument einen Umsatzeinbruch in der Größenordnung von 30 Prozent hatte hinnehmen müssen. Das entspricht 100 Millionen Euro, verdeutlichte von der Fecht.
Der Insolvenzverwalter ist überzeugt, das Unternehmen langfristig solide aufstellen zu können. Dazu will er an allen fünf Fertigungsstandorten festhalten. Diese sollen aber stärker und effizienter als bisher miteinander verzahnt werden. Ein einheitliches IT-System wird etabliert, die Einzellager der Standorte werden in einem Zentrallager zusammengeführt. "Auch der Werkzeugbau wird neu strukturiert", kündigte von der Fecht ein weiteres Projekt an. Das kann heißen, externe Anbieter in Anspruch zu nehmen, aber auch eine Zusammenlegung zu einem eigenen Zentrum für Forschung und Entwicklung ist vorstellbar. Werkzeugbauabteilungen an jedem Einzelstandort wird es nicht mehr geben. Außerdem wird die Produktionskapazität dem Absatz angepasst.
In der Folge werden bundesweit 1715 Stellen gestrichen, davon 133 in Neuss. Der Stellenabbau geschieht sukzessive; es gibt in 2010 vier Entlassungstermine. Den Mitarbeitern wird angeboten, für bis zu zwölf Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln.
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