Neuss (NGZ). Gegen 19 Uhr am Sonntag Abend stand das Ergebnis der Wahl zum Neusser Integrationsrat fest: Mit 46,55 Prozent aller abgegebenen Stimmen hat die Liste "Türk Birligi" fünf der insgesamt elf Sitze für sich gewinnen können. Sie werden künftig gemeinsam mit sechs Stadtverordneten das Gremium des Integrationsrates bilden und die Interessen der ausländischen Bürger in Neuss vertreten.
Im Moment des Sieges hat Deniz Davarci darum auch schon konkrete Pläne für die Zukunft: "Wir wollen die Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund stärken. Außerdem möchten wir durch feste Geschäftsräume präsenter und so ein zentraler Anlaufpunkt für alle Ausländer in dieser Stadt werden", so Davarci, der auf Listenplatz eins von "Türk Birligi" steht. Insgesamt vier Gruppierungen und ein Einzelbewerber hatten sich den rund 16500 Wahlberechtigten gestellt, die Wahlbeteiligung lag mit 10,8 Prozent auf einem vergleichbaren Wert zur Wahl vor sechs Jahren.
Damit ist insbesondere das Ansinnen von , dem Vorsitzende des Integrationsrates und Sozialamtsleiter Hans-Peter Oebel gescheitert. Sie wollten mit Flyern und Infomaterialien auf die besondere Bedeutung der Wahl aufmerksam machen und damit die eher enttäuschende Wahlbeteiligung verbessern. Ebenfalls eine Enttäuschung war das Abschneiden des Einzelbewerbers Riaz Naveed Mailk Hai. Er hatte 150 Stimmen angepeilt, um sich einen Platz im Integrationsrat zu sichern, letztlich machten nur 27 Menschen ihr Kreuz hinter seinem Namen.
Mit drei Sitzen vertreten ist der "Internationaler Neusser Bund für Integration" (NBI) – 24,65 Prozent votierten für die Gruppe um Nikolaos Liountaroglou. Zwei Plätze kann die Liste "Turquaz" verbuchen, immerhin eine Mitglied wird aus den Reihen des "Aktionsbündnis für Globale Integration" (AGI) kommen.
"Langfristig wollen wir das kommunale Wahlrecht für die ausländischen Mitbürger erkämpfen. Sie zahlen hier ihre Steuern, also sollten sie mitbestimmen", blickte Davarci am Abend nach vorne.
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