Neuss (NGZ). Neuss Ein paar Schrumpfköpfe fehlen noch, aber im Maul des Hais leuchten schon die Zähne und auch ansonsten sieht alles recht fertig aus: Das Bühnenbild für die Stunk-Sitzung des Theaters am Schlachthof in der Wetthalle steht; die Texte sind parat und die Proben bereits im vollen Gange.
Beruhigend, aber bis es so weit war, hat es noch mehr Nerven gekostet als sonst. Jahr für Jahr stellen TaS-Geschäftsführer Reinhard Mlotek und seine Mitstreiter zwar fest, dass die Vorbereitungen für die erfolgreichste Produktion der freien Bühne einen Aufwand brauchen, der alle bis an die Grenze der Belastbarkeit fordert, aber diese Jahr war’s „wirklich superproblematisch“, wie Mlotek sagt.
„Fluch der Kamelle“ ist der Titel des aktuellen Spektakels, für das indes genau wie für seine Vorgänger die komplette Bühnentechnik vom kleinsten Scheinwerfer bis zur Tonanlage in die Wetthalle transportiert werden muss. Rund ein Viertel der Stunk-Kosten machen gar die Ausgaben für die gemietete Technik aus.
Um alle Termine für den Stunk unterzubringen, geht die Premiere schon am 29. Dezember über die Bühne - was fast zwangsläufig zur Kollision mit Rennbahn-Terminen und Festen in der Wetthalle führte. Da waren detaillierte Absprachen nötig, bei denen drei Veranstalter unter einen Hut gebracht werden mussten.
Gleichwohl: Die Logistik hat irgendwie doch geklappt. Und Jens Neutag, der zusammen mit Martin Maier-Bode den Text für den Stunk geschrieben hat, verspricht sogar, dass der Ton besser als in den Vorjahren sein wird.
Die Akustik der Wetthalle ist nicht leicht in den Griff zu bekommen, aber nach den ersten Proben haben die Schauspieler und Neutag festgestellt, dass die Tontechnik „einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht hat“. Das dürfte wohl vor allem den Liedtexten zugute kommen, die sonst schon mal gerne unter der Musik verschwanden.
Für diesen Bereich ist zum ersten Mal Sabine Wiegand allein verantwortlich. „Das hat sich so ergeben“, sagen Mlotek und Neutag übereinstimmend, weil einige der alten Stunk-Sänger ausgeschieden sind. „Aus privaten oder beruflichen Gründen“, wie die beiden betonen, mithin also ohne Stunk im Haus.
Auch die Band Herrencreme ist nicht mehr dabei. Sie macht eine eigene Karnevalsshow, die am 31. Januar und 3. Februar im RLT zu sehen ist. Dass das TaS für Künstler eine „Startbasis ist und sie das Haus somit auch wieder verlassen“, ist für Mlotek in Ordnung.
Aber: „Es ist kein wünschenswerter Zustand, wenn Teile des Ensembles Ähnliches wie wir machen.“ Und dann auch noch vor der eigenen Haustür ...
Aber mit Harry Heib, Jens Spörckmann, Holger Girbig und eben Sabine Wiegand sind drei bewährte und langjährige Stunk-Größen bei der Stange geblieben. Und der Rest des Ensemble setzt sich aus Schauspielern zusammen, die am TaS fast schon zum Inventar gehören: Carolin Stähler, Jens Kipper, Ilva Melchior und Halil Yavuz.
Für Hilal Yavuz war es keine Frage, „Ja“ zu sagen, als Martin Maier-Bode ihm die Verpflichtung für den Stunk andiente: Er spielt den Piraten Johnny Depp (der Nachname ist Programm), auf den ein Narrenpaar aus Rosellerheide trifft, nachdem es mit dem Flugzeug über einer karibischen Insel abgestürzt ist, Leib und Leben zwar gerettet, aber die Kamelle verloren hat.
Dabei sollten diese zwecks Entwicklungshilfe unter den Eingeborenen verteilt werden. Unter den Piraten sorgen die beiden für Aufregung, denn die Seeräuber halten den Plan mit dem Zugweg des Neusser Karnevals für die Karte zu einem Schatz ...
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