Neuss (NGZ). Ab Rosenmontag gilt es: Die Innenstadt wird zur Umweltzone. Für Autofahrer heißt das: Ohne eine rote, gelbe oder grüne Umweltplakette an der Windschutzscheibe dürfen sie nicht in den als Umweltzone ausgeschilderten Kernbereich der Stadt einfahren.
Wer es dennoch tut, riskiert allerdings nicht viel. "Wir werden die Leute sich daran gewöhnen lassen", erklärt Franz Kolbecher vom städtischen Amt für Verkehrslenkung. Und auch die Polizei geht das Thema nicht brachial an. "Es wird keine Schwerpunktkontrollen geben", kündigt Polizei-Pressessprecher Hans-Willi Arnold an.
Die Bezirksregierung hatte die Einrichtung der Umweltzone als Teil eines Luftreinhalteplanes für Neuss angeordnet. Ziel: Die Belastung der Luft vor allem mit Stickstoffdioxid zu senken, nachdem zuletzt die Grenzwerte überschritten worden waren. Deswegen sollen Autos, deren Motoren nicht den gängigen Standards genügen, ausgesperrt bleiben.
Für mehr als 100 solcher "Stinker" wurden bereits Ausnahmegenehmigungen erteilt, berichtet Kolbecher. Handwerker waren darunter, Landwirte, Besitzer von Oldtimern und einfach ältere Autofahrer, die keinen Sinn mehr darin sehen, sich noch ein neues Gefährt zuzulegen. Eine Ausnahmegenehmigung aber haben noch mehr, denn der Bewohnerparkausweis, den Innenstadtanwohner beantragen können, befreit zugleich von der Plakettenpflicht. Alle Ausnahmegenehmigungen laufen Ende des Jahres aus, sagt Kolbecher.
Bei den Kontrollen des ruhenden verkehrs wird die Stadt zunächst statt Knöllchen auszustellen eine höfliche Erinnerung hinter den Scheibenwischer klemmen. "Irgendwann werden wir das aber ahnden müssen", sagt Kolbecher, der heute die Umweltzonenschilder enthüllen lassen wird. Auch die Polizei werde Autofahrer zunächst nur auf die Plakettenpflicht aufmerksam machen, sagt Arnold.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.