Neuss (NGZ). Peter Bronsema aus Speck ist viel auf Achse, seit ihn der Sender Sat 1 als Darsteller für seine Version der "Versteckten Kamera" verpflichtet hat. Als Rentner macht der Mime der Neusser Truppe "Doppelherz" Jagd auf junge Leute.
Die Rentner sind los. In Videotheken und Einkaufzentren, in Apotheken, auf Bahnsteigen und an anderen öffentlichen Orten machen sie als "R-Team" Jagd auf junge Leute. Ihre Mission: Die Jugend verblüffen und im besten Fall aus der Fassung bringen. Und das vor einer versteckten Kamera des Senders Sat 1.
"Wir drehen den Spieß um", sagt Peter Bronsema mit einem Augenzwinkern. "Denen, die sich zum Beispiel über die Unbedarftheit von uns Älteren bei technischen Dingen gerne lustig machen, zeigen wir, dass wir auch anders können", erklärt der 72-Jährige. Der ehemalige Personalleiter aus Speck ist einer von drei Männern in dem siebenköpfigen Darstellerteam und derzeit viel auf Achse. Denn in Bonn, Köln oder auch Wuppertal dreht er mit seinen Kollegen vom R-Team in diesen Tagen gut 150 kurze Sketche ab. Die Zeit drängt, denn Sendestart der achtteiligen Staffel ist am 27. August.
Das "R-Team"
Inhalt 300 Sketche, zur Hälfte in München, zur anderen Hälfte in NRW gedreht.
Länge Acht Folgen
Sendestart Freitag, 27. August, 22.45 Uhr auf Sat 1
Der Vorspann für die Serie ist allerdings schon im Kasten, gefilmt am Kölner Ebert-Platz. Das R-Team kommt auf breiter Front aus der Dunkelheit des U-Bahn-Tunnels ans Tageslicht, winkt einigen Jugendlichen zu – und weidet sich an deren Staunen. Das ist das Muster der Sendung. Beispiel gefällig?
"Ich setzte mich zu einer jungen Studentin auf eine Bank, hole mein Handy raus, rufe einen Freund an – und schicke ihm mit einer alten Schreibmaschine, die ich in meinem Aktenkoffer habe, eine E-Mail", plaudert Bronsema. Absurd? Das glaubt die Studentin sicher – bis der Freund am Handy den Eingang der Mail bestätigt. Der Opa geht – die versteckte Kamera bleibt auf die junge Frau gerichtet und filmt deren Reaktionen.
Erst im Mai hatte der gebürtige Hannoveraner, den sein Beruf vor 35 Jahren nach Neuss verschlug und der gerade erst von Grimlinghausen nach Speck gezogen ist, von der neuen Serie gehört. Da war er gerade bei den Proben für das Projekt "Traumstationen", das im Mai am Rheinischen Landestheater aufgeführt wurde. Dort ist Bronsema seit drei Jahren Mitglied der Theatertruppe "Doppelherz", bei der er erste Bühnenerfahrung sammelte. In keiner Model-Agentur, keiner Komparsenliste geführt und völlig ohne Casting-Erfahrung bewarb sich Bronsema. "Und zu meinem Erstaunen wurde ich genommen", sagt er. Lag es an dem Bild von ihm und dem Kamel, das er der Bewerbung beigelegt hatte?
Freunde fragen ihn oft, ob er ahnt, was da auf ihn zukommt. Wozu? Bronsema hat beschlossen, "dem Leben möglichst viele schöne Seiten abzuringen ." Und Späße vor der Kamera gehören dazu.
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