Sechste "Neusser Lokalrunde" (NGZO). Volles Programm bei der sechsten Auflage der "Neusser Lokalrunde": In 17 Gaststätten konnten sich die Gäste kostenlos von Bands und DJs unterhalten lassen. Der Mix aus Musik und Ausgehen sorgte für volle Kneipen.
Pop, Rock, oder Country – wer am Samstagabend durch die Neusser City lief, bekam alles zu hören. 17 Wirte hatten sich zusammengefunden, um ihre Gäste mit Musik zu unterhalten.
Von draußen hört man die beiden E-Gitarren, das Schlagzeug und die kraftvolle Stimme von Sänger Daniel Stoffel ("Mikado"). "Ich finde es gut, dass man sich an einem Abend so viel verschiedene Musik anhören kann", sagt Stoffel. Besonders freut es ihn, als Katharina (15) und Jana (15) anfangen, ausgelassen zu seiner Musik zu tanzen. Beide haben sich für das "Extrablatt" und "Mikado" entschieden, weil dort "genau unsere Musik" gespielt werde. Auf der Neustraße sind direkt vier Bands und Musiker zu hören; jeder der Spielorte ist gut besucht. Mit Cowboyhut und Jeansjacke singt Bernhard Hübner im "Rheingold" munter Countrysongs. "Ich bin froh, dass ich in Neuss live Country höre. Das gibt es leider viel zu selten", sagt eine stilechte gekleidet Countryliebhaberin (50), die fast alle Texte auswendig zu kennen scheint.
Lokalrunde 2010
Für März 2010 plant die "Initiative Neusser Innenstadt-Gastronomen" (INIG) die nächste Lokalrunde; der genaue Termin steht noch nicht fest. Aktuell gehören zwölf Mitglieder dazu; Michael Erb rechnet aber mit einem deutlichen Zuwachs.
Direkt gegenüber animiert Volker Schäfer zum Mitmachen: "Jetzt seid ihr dran." Die Antwort: ein lautes "Let the good times roll". Immer mehr Menschen strömen in das "Neue Marienbildchen", um den Mix aus Blues, Jazz und Rock zu hören. Stammgast Regina Keldenich ist begeistert: "Die Atmosphäre ist einfach super. Die ‚Lokalrunde' ist inzwischen ein Highlight". Auch der Wirt Michael Bott ist überzeugt, dass dieser Abend den Kneipen, aber auch der Stadt gut tut: "Es ist schön, dass man die Leute, die vielleicht sonst zu Hause geblieben wären, in die Stadt bewegen kann."
Nur ein paar Meter weiter schallt aus dem "Maxx" die Acoustic Gitarre von Peter Sarack. Während ihm die Strähnen seiner langen Haare ins Gesicht fallen, rockt er mit Wolly Düse. Die "Cowboys on Dope" freuen sich, dass ihre Musik durchweg begeistert. "So eine ‚Lokalrunde' könnte man ruhig öfters machen", meint auch Gast Dieter Springer.
Im "Drusushof" spielt "Burma Shave". Mit imposantem Kontrabass, Gitarre und Schlagzeug präsentieren die drei aus dem Ruhrgebiet eigene Songs und Klassiker. Jannik, Freundin Jenny und weitere Freunden sind nur deshalb nach Neuss gekommen. "Ich finde die Band und das kostenlose Musikangebot super, aber die richtige Stimmung fehlt." Ganz anders Bürgermeister Herbert Napp, der dort den Abend beginnt: Ihm fällt es sichtlich schwer, das Lokal wieder zu verlassen, als ein Lied von Johnny Cash angekündigt wird. Weiter die Büttgerstraße entlang läuft der "Hamtorkrug" schon fast über vor Gästen. Auf der Bühne schwitzen nicht nur "Rubber Soul". "Die Stimmung ist toll", sagt Bandmitglied Heribert Scherkenbach. Für ihn keine Frage: Er wäre auch bei der nächsten Neusser "Lokalrunde" gern wieder dabei.
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