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Neuss: Volle Busse: Gutachter bestellt

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 19.05.2011

Neuss (NGZ). Die Stadtwerke Neuss sind stark in die Kritik geraten: Weil Stadtelternrat, Eltern und Schüler sich über ständig zu volle Schulbusse beklagen, soll die Situation jetzt zeitnah von einem Gutachten untersucht werden.

Morgens und mittags nach Schulschluss wird es an einigen Haltestellen (hier: Niedertor) eng, weil viele Schüler in die Busse drängen.   Foto:  A. Woitschützke
Morgens und mittags nach Schulschluss wird es an einigen Haltestellen (hier: Niedertor) eng, weil viele Schüler in die Busse drängen. Foto: A. Woitschützke

Die Stadtwerke Neuss (SWN) werden einen externen Gutachter beauftragen, der die Situation bei der Busbeförderung von Schulkindern untersuchen soll. Das kündigte SWN-Chef Heinz Runde gestern an. "Das Gutachten wird kurzfristig beauftragt. Ziel ist es, bereits vor Beginn des neuen Schuljahres Ergebnisse zu haben." Verbesserungsvorschläge sollen dann auf ihre (finanzielle) Umsetzbarkeit überprüft werden.

"Nehmen Kritik immer ernst"

Die Stadtwerke reagieren damit auf die massive Kritik von Eltern. Nach einem Bericht in unserer Zeitung über eine Versammlung des Stadtelternrates, bei mit SWN-Fahrdienstleiter Uwe Koppelmann über die Schulbus-Situation diskutiert wurde, gab es starke Reaktionen in der Leserschaft. Angesprochen wurden vor allem zu volle Busse und der Einsatz von zu wenigen Bussen in den Hauptzeiten am Morgen und am Mittag. "Als Dienstleistungs- und Serviceunternehmen nehmen wir Kritik immer ernst", sagt Runde. "Gerade mit dem Stadtelternrat findet seit Jahren regelmäßig ein konstruktiver Austausch statt." Der offenbar bislang zu keinen Veränderungen des seit vielen Jahren bestehenden Ärgernisses geführt hat. Hermann Loosen, Vorsitzender des Stadtelternrates, in dem 41 Neusser Schulen mit Delegierten vertreten sind, sagt: "Wir freuen uns, wenn überhaupt etwas passiert. Jeder kennt dieses Thema seit Jahren – irgendetwas muss jetzt einfach geschehen."

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SWN-Positionen

Kritik an Schülern "Wir schieben niemandem die Schuld in die Schuhe. Wir sind der Meinung, dass es auch Verhalten der Fahrgäste gibt, was verbessert werden kann", so Heinz Runde.

Herausforderung "Mir ist kein Verkehrsunternehmen im In- und Ausland bekannt, wo es zu Spitzenzeiten keine Engpässe gibt."

Stadtwerke-Chef Runde entgegnet Vorwürfen, die SWN hätten in der Vergangenheit nichts getan: "Wir haben vor zwei Jahren bereits unsere Busflotte um zwei Fahrzeuge auf jetzt 83 Busse erweitert. Zu der Stoßzeit morgens setzen wir insgesamt 24 zusätzliche E-Wagen ein. Das sind 32 Prozent mehr Fahrzeuge."

Runde spricht gegenüber unserer Zeitung von einem "Problem der optimalen Planung bei der Schulbusförderung", weil es in jüngerer Zeit eine "stetige Veränderung bei den Schulbeginn- und Schulbeendungszeiten" gebe. Dies erschwere die Planung bei der Festlegung der E-Wagen-Einsätze. Der Stadtelternrat hält es bei der Gutachter-Untersuchung für dringend notwendig, auch die Schulen einzubinden. Aus heutiger Sicht gibt es, so Runde, kaum Spielraum für Verbesserungen: "Wenn zum Schulschluss am Mittag gleichzeitig bis zu 300 Schüler von einem großen Schulzentrum zur Bushaltestelle kommen, wird es immer Engpässe geben, da auch in einem großen Gelenkwagen nur rund 130 Fahrgäste Platz finden." Wenn ein Bus voll sei , müsse der Fahrgast in Kauf nehmen, auf den nächsten Bus zu warten.

Quelle: NGZ


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