Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Die Stadtwerke Neuss, die Kreiswerke Grevenbroich und die Mönchengladbacher NVV kooperieren künftig beim Thema Wasser. Als gemeinsame Tochterfirma wird dazu die Trinkwasserverbund Niederrhein GmbH gegründet.
Wasser für Neuss
Lage Die Stadtwerke fördern im Wasserwerk Broichhof und im Uedesheimer Rheinbogen, beziehen auch Wasser aus dem Tagebau.
Perspektive Der Wasserlieferungsvertrag mit RWE-Rhein-Braun läuft zum Jahresende aus.
Lösung Das Wasserwerk Rheinbogen fördert Wasser aus dem Anströmwasser zum Rhein, das in Düsseldorf aufbereitet wird.
Das Kriegsbeil ist begraben. Nur ein Jahr nach dem Ende des jahrelangen juristischen Tauziehens um Konzessionsabgaben der Kreiswerke an die Stadt Neuss schmieden beide nicht nur gemeinsam Pläne, sondern stellen mit der Trinkwasserverband Niederrhein GmbH (TWN) ein erstes gemeinsames Vorhaben vor.
Als dritter ist neben den Kreiswerken und den Stadtwerken Neuss (SWN) auch die Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG (NVV) gleichrangig beteiligt, ein in Mönchengladbach aber auch den Kreisen Viersen und Heinsberg tätiges Versorgungsunternehmen mit klar artikulierten Expansionabsichten. Deren Vorstandsvorsitzender Friedhelm Kirchhartz hatte schon im März erklärt, eine Kooperation mit Kreiswerken und SWN stehe ganz oben auf der NVV-Wunschliste, sprach aber damals noch von "schwierigen und langwierigen" Prozessen. Nächsten Donnerstag wird das Bündnis beurkundet.
Mit der wasserwirtschaftlichen Kooperation gelingt nun, was vor Jahren unter dem Titel "Wasserverbund Niederrhein" eine ganze Nummer größer geplant und gescheitert war. Die Idee, in einer großen Region die Wassererzeugung zu optimieren, musste damals auch deshalb aufgegeben werden, weil im geplanten Verbundgebiet einige Versorger den Weg nicht mitgingen und so "Inseln" und damit Lücken im Rohrleitungsnetz entstanden.
Die Kunden werden den Einfluss von TWN zunächst nicht merken. Denn Unternehmenszweck ist es, zunächst danach zu suchen, was Unternehmenszweck werden kann. So tritt TWN als Projektgesellschaft auf, um "bei größräumiger Betrachtung des Wasserbedarfs und des Wasserangebotes" Optimierungskonzepte zu entwickeln. Zum Beispiel, um Überkapazitäten zu vermeiden. Zudem soll sie Aufgaben wahrnehmen, die von jedem der Gesellschafter allein nur mit großem Aufwand gestemmt werden können. So heißt es in einer Marktanalyse, die dem Kreistag und den Räten in Mönchengladbach und Neuss gebilligt wurden.
Was die drei Partner eint, ist einmal der Wunsch, sich in einem dynamischen Markt gut zu behaupten. "Wir machen das, um die Kreiswerke zu festigen und nicht übernommen zu werden", sagt Stephan Stelten, Geschäftsführer der Kreiswerke Grevenbroich. Hinzu kommt, dass das Einzugsgebiet aller drei Wasserversorger von Sümpfungseinflüssen des RWE Braunkohletagebaus auch in quantitativer betroffen ist. Und es muss gemeinsam eine Antwort auf die Frage gefunden werden, erklärt der Neusser Stadtwerkechef Heinz Runde, was zu tun ist, wenn die Sümpfungswässer wegfallen.
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