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Neuss: Wieder eine Hausbrauerei

VON LUDGER BATEN - zuletzt aktualisiert: 02.08.2007 - 23:02

Neuss (NGZ). Neuss In den „Dom“ kehrt das Leben zurück. Ab dem Neujahrstag 2008 fließt in dem Traditionshaus an der Michaelstraße wieder das Bier - mehr noch, selbst gebrautes Bier: „Dom’s Alt“ und „Dom’s Weizen“.

Diese alte Ansichtskarte zeigt, wie viele Neusser ihren „Dom“ in Erinnerung haben. Das rustikale Ambiente soll erhalten bleiben.  Foto: Andreas Woitschützke
Diese alte Ansichtskarte zeigt, wie viele Neusser ihren „Dom“ in Erinnerung haben. Das rustikale Ambiente soll erhalten bleiben. Foto: Andreas Woitschützke

Die Brauanlage aus Edelstahl steht bereits im Sudhaus, und mit dem Kölner Thorsten Kelm (31), der auch schon in der Schweiz gearbeitet hat, ist der neue Braumeister bereits verpflichtet.

Seit Mittwoch (1.) wird „Im Dom“ wieder von der Familie Wiertz geführt, die 1801 das Haus übernahm und seither ununterbrochen Eigentümerin des Gebäudekomplexes ist. Nach (fast) 35 Jahren endete in der Nacht zum Mittwoch auch die Zeit der Pächter, der Brauereien Frankenheim und Schlösser.

 „Wir werden an der Geschäftsführung teilhaben“, kündigt Klaus Wiertz (42) an, und sein Vater Hans-Dieter (65) konkretisiert: „Produktion und Finanzen bleiben in unserer Verantwortung“.

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Ein Neusser Bier

(lü) Neuss war einst Heimat vieler (Haus-) Brauereien. Doch deren Betrieb ist Geschichte. Heute produziert nur noch Frankenheim auf Neuss-Holzheimer Boden Düsseldorfer Altbier. Jetzt aber lebt offenbar eine Tradition wieder auf: Ab Neujahr 2008 gibt’s mit „Dom’s Alt“ und „Dom’s Weizen“ wieder Neusser Spezialitäten zu genießen. Aber an eine Flaschenabfüllung ist nicht gedacht.

Die Familie Wiertz investiert nach eigenen Angaben „unter eine Million Euro“ in das Projekt und will „acht bis zwölf“ Arbeitsplätze schaffen. Für Motivation und gutes Arbeitsklima innerhalb der Belegschaft soll ein System der Erfolgsbeteiligung sorgen.

Für das operative Geschäft muss noch ein externer Geschäftsführer gewonnen werden („Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungen“), der sich nicht an seinen Schreibtisch im Büro zurückziehen soll, „sondern den Gast in den Mittelpunkt rücken wird“. Genau daran habe es zuletzt gehapert.

Sehr häufige Wirte-Wechsel hätten eine emotionale Bindung an das Gasthaus unmöglich gemacht; schließlich schloss der „Dom“, in dem einmal über vierzig Schützenzüge ihr Domizil hatten, vor eineinhalb Jahren ganz.

„Das wollten und konnten wir den Gästen und uns nicht länger antun“, begründet Klaus Wiertz den Entschluss der Familie, den „Dom“ mit neuem Konzept in Eigenregie zu übernehmen. Er ist sicher: „Der Markt ist vorhanden.“ Beispielhaft verweist er auf die überdurchschnittliche Kaufkraft (113 Punkte), über die die Neusser verfügen.

Die Stadtverwaltung habe „wichtiges Zahlenmaterial für die Investitionsentscheidung“ zur Verfügung gestellt. Wie zum Beweis waren dann am Donnerstag auch Bürgermeister Herbert Napp und Wirtschaftsförderer Andreas Galland dabei, als Klaus Wiertz im alten „Dom“ das neue Konzept den Medienvertretern vorstellte.

Er will moderne Technik installieren, um das Haus auch für Tagungen attraktiv zu machen. Zum Konzept gehört auch, in „zwei, drei Jahren“ an exponierter Stelle einen „urigen Biergarten“ zu eröffnen.

Das Gasthaus „Im Dom“ bietet auf einer Gesamtnutzfläche von fast tausend Quadratmetern maximal 390 Gästen Platz. Eingeschlossen sind viele Gesellschaftsräume bis hin zum Dachgeschoss und ein Braugarten mit Blick aufs Sudhaus.

Quelle: NGZ


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