Neuss (NGZ). Schlaglöcher in allen Größen, nach Regen gut gefüllt, matschiger Boden – die Parksituation am Rennbahnpark ist unbefriedigend, nach starken Regengüssen meist katastrophal. Viel ändern wird sich wohl nicht. Das Geld fehlt.
"An diesem Thema müssen wir arbeiten", sagt Peter Rebig. Dass der Geschäftsführer von Neuss Marketing sehr an einer Verbesserung der Parksituation interessiert ist, ist klar. Schließlich ist die städtische Tochtergesellschaft Pächter des Rennbahnparks, sieht sich aber gerade aus diesem Grund auch nicht in der Pflicht. Doch: "Je besser das Umfeld ist, also auch die Parksituation, desto besser ist die Vermarktung", weiß Rebig.
Besonders nach starken Regenfällen ist die Situation brenzlig. Das wurde nun wieder einmal während des Schützenfestes deutlich. "Wenn die Schlaglöcher voll Wasser laufen, dann kann man ihre Tiefe nicht abschätzen, und das kann zu schweren Schäden an den Autos führen", sagt Paul Rulf, Sprecher der Funk-Taxizentrale Neuss. So seien einige seiner Kollegen schon nicht mehr den Rennbahn-Parkplatz angefahren aus Angst, an ihren Wagen die Traggelenke an den Vorderachsen zu beschädigen.
"Die Reparatur kann einige hundert Euro kosten", so Rulf und fügt hinzu: "Der Parkplatz ist einfach eine schlechte Visitenkarte für die Stadt." Auch den Gästen, die von auswärts kommen, zum Beispiel zum Shakespeare-Festival, bietet sich von dieser Seite kein besonders attraktives Bild der Stadt Neuss. Festivalleiter Rainer Wiertz findet die Lage nicht so "bedrohlich". "Der Parkplatz sieht doch seit 100 Jahren so aus", meint er. Wenn die Stadt wieder Geld habe, dann werde sicher auch dort für Verbesserung gesorgt.
Keine Hoffnung auf eine baldige Verbesserung macht einer, der sich mit den Finanzen der Stadt auskennt – Kämmerer Frank Gensler. "Natürlich werden die Schäden, die noch von der Bauphase herrühren, beseitigt." Und sicher werde es hier und da einige Verbesserungen in einem vertretbaren finanziellen Rahmen geben, doch darüber hinaus werde nicht viel passieren. Parkplätze im Sinne einer ,Königsallee-Lösung' werde es nicht geben, erklärt der Beigeordnete. Schließlich sei der Parkplatz auch nicht Teil des fast acht Millionen Euro teuren Projekts "Rennbahnpark" gewesen.
Schon vor fünf Jahren sei er ab und an durch Matsch gegangen. Damit müssten die Parker dort rechnen. "An der Rennbahn hat es noch nie einen gepflasterten Parkplatz gegeben. Natürlich wäre das besser, doch wer soll das bezahlen", fragt Gensler angesichts eines zum Jahresende erwarteten Fehlbetrags in der Stadtkasse von knapp 27 Millionen Euro.
Außerdem würden die Kosten für die Anlage eines befestigten Parkplatzes auch dadurch in die Höhe schnellen, dass die Parkanlage im Landschaftsschutzgebiet liege und daher bei Bauarbeiten mit "allerhand Auflagen" zu rechnen sei.
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