Neuss (NGZ). Vier Minuten Zeit haben die Teilnehmer beim Speed-Dating, um sich gegenseitig kennenzulernen. Die Stadtwerke Neuss veranstalten solche schnellen Treffen in einem mit roten Herzen verzierten Linienbus. Die NGZ hat mitgeflirtet.
Um Geschwindigkeit geht es beim Speed-Dating, um schnelles Kennenlernen auf Knopfdruck: Welche Hobbys, welcher Beruf, wie alt, wie lange schon alleine – das will Christine von Alexander wissen. Er erzählt, dass er gerne in Diskotheken geht, sie erzählt von ihren Tanzstunden. Beide haben Erfahrungen im Groß- und Außenhandel, das verbindet. Doch die Flirtversuche von Alex, der von Christines schönen Augen schwärmt, fallen bei der 23-Jährigen durch. "Das ist mir zu viel", sagt die junge Frau, als die vier Minuten vorbei sind. "Und jedes Wochenende Party gefällt mir auch nicht."
Alexander ist bei Christine durchgefallen. Das vermerkt sie auf ihrem Notizzettel, während Alexander schon bei der nächsten Kandidatin sein Glück versucht. Reihum geht es beim Speed-Dating. Die Mädchen dürfen sitzen bleiben, die Jungs rotieren zwischen roten Luftballons und Pappherzen mit romantischen Sprüchen. Und weil die Teilnehmer in einem Bus aufeinandertreffen, steht auf den Herzen "Liebe ist, die Haltestelle zu verpassen" oder "Liebe ist, zusammen bis zur Endstation zu fahren". Statt langweiliger Durchsagen vom Fahrer schallt Popmusik aus den Lautsprechern, und plüschige rote Vorhänge verschönern den Linienbus. Der fährt heute als "Love-Line" durch Neuss – wie im Nahverkehr gewohnt mit Verspätung. Denn mehrere Jungs haben offenbar Angst vor der eigenen Courage bekommen, so dass nach dem Start nur sechs junge Männer auf neun Frauen treffen.
Das Speed-Dating
Prinzip Reihum treffen die Teilnehmer aufeinander, jeweils vier Minuten lang lernen sie sich kennen. Auf Notizzetteln vermerken sie, wen sie wiedertreffen wollen – bei Übereinstimmungen stellt der Veranstalter den Kontakt her.
Termine Für die Fahrten am 1. und 8. Juli sind noch Plätze frei. Tickets zum Preis von zehn Euro gibt es im SWN Kunden-Center Niedertor.
Einer, der sich getraut hat, ist Piedro. Über das Online-Netzwerk Facebook hat er von dem Speed-Dating erfahren – und ist dafür extra aus Köln nach Neuss gekommen. Das macht Eindruck bei den Mädels, etwa bei Nicole. Die stellt beim "Date" allerdings schnell klar, dass sie kaum glaubt, heute den Mann fürs Leben zu finden. Statt Romantik ein Wink mit dem Zaunpfahl. Da müssen die beiden Flirtpartner schließlich sogar über das Wetter sprechen, bis das erlösende Signal zum Wechsel kommt.
"Es ist schwierig, auf Kommando direkt mit den Fragen loszulegen", erzählt Piedro. Und auch seine neue Sitznachbarin Karoline glaubt, dass vier Minuten zu wenig Zeit sind, um ein richtiges Gespräch zu führen. Andererseits können eben diese vier Minuten auch sehr lang werden. "Bei einem Mann wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte", erzählt die 24-Jährige Stefanie. Ihr Resümee: "Alle nett, aber niemand dabei." Genauso geht es Christine, keiner der Kandidaten hat sie überzeugen können. "Aber es ist toll, dass es so locker und entspannt zugegangen ist", findet die 23-Jährige. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Traummann zu finden: Ein Ticket für das nächste Speed-Dating hat sie schon gelöst.
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