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Neuss: Zwischen Liebe und Drogenrausch

VON CARMEN PORSCHEN - zuletzt aktualisiert: 25.05.2008 - 21:30

Neuss (NGZ). neuss Ein quadratischer Pavillon aus Metallstangen mit weißen Vorhängen, silbernen Kissen auf dem Boden und das Bild einer roten Rose im Hintergrund - so schlicht und auf das Wesentliche konzentriert war am Freitagabend das Bühnenbild im Rheinischen Landestheater aufgebaut.

Im Rahmen der 25. Neusser Schülertheaterwoche präsentierte die Musiktheater-AG des Gymnasiums Norf an diesem Abend ihr Stück „I colori dell´amore“ und stellte dabei die Liebe in all ihren Facetten dar. Unter den Hauptfarben Rot und Schwarz machten die Schüler aus den Klassen fünf bis 13 in Form von Musik, Tanz, Gedichten und komödiantischen Einlagen anschaulich, wie die große Liebe beginnt, sich entfaltet, langsam kriselt und wieder endet.

Mit sichtlichem Spaß an der Sache boten die Gymnasiasten unter der Leitung von Antje Gnida über eine Stunde starke Emotionen, aber auch Grund zum Schmunzeln. Neben den Stationen einer Beziehung - angefangen von Schmetterlingen im Bauch beim ersten Verliebtsein bis hin zum großen Schmerz bei der Trennung - begleitete der Alkohol trinkende Amor mit grüner Perücke augenzwinkernd die Szenerie.

Die Achterbahnfahrt der Gefühle, die keinem unbekannt sein dürfte, endete mit der Erkenntnis, dass man dennoch „unzerstörbar“ sei und aus all den Irrungen und Wirrungen der Liebe wieder herauskommt.

Das Finale von „I colori dell´amore“, mit einem „schwebenden“ Herz, roten Kerzen und einem italienischen Lied über den Triumph der Liebe, bildete einen gelungenen Abschluss dieses lyrisch-musikalischen Abends.

Einen puren Kontrast bildete dagegen das finale Stück der Schülertheaterwoche „Und warum“ am Samstagabend. Cool und beliebt sein, echte Freunde finden und gute Noten mit nach Hause bringen - junge Leute haben mit allerhand Herausforderungen zu kämpfen und dass sie darüberhinaus leicht mit Drogen in Kontakt kommen können, wurde auf der Studio-Bühne des Landestheater erschreckend klar deutlich gemacht.

Das Stück, inszeniert von der Theater AG der Realschule Holzheim, bildete den Abschluss der diesjährigen Neusser Schülertheaterwoche, die schon seit 1983 Bestand hat. Das Bühnenspiel begann mit Meldungen aus der Tagespresse die sich rund um das Thema Drogen bewegten, anschließend verwandelte sich die Bühne in eine Diskothek, in der ein Junge von einem Mädchen einen Joint angeboten bekommt. Der Junge lehnt ab und erzählt die Geschichte von seinem einstigen Freund Norbert, der aus dem Drogenrausch nicht wieder herausgefunden hat.

Mit gemalten Plakaten, einfachen Requisiten, aber auch mit Phantasie und Improvisation, stellten die Schüler den Absturz des Jungen authentisch und in ihrem ganz eigenen Stil dar. Seine Freundin machte mit ihm Schluss, die Eltern hatten kein Verständnis für ihn und gerade durch die ihm so wichtigen Drogen entfernte er sich immer mehr von seinen Freunden. Der Fund seiner Leiche bildete den bewegenden Abschluss der rund 30-minütigen Reise in die Gefühlswelt der Jugendlichen.

Drei Monate übten die Schüler aus den Klassen fünf bis sieben unter der Leitung von Bettina Ballendat. Das Stück stammt ursprünglich von Irmgard Ressl und wurde extra für das Theaterprojekt überarbeitet.

Quelle: NGZ


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