Radsport (NGZ). Auf regennasser Strecke verwies der 29-Jährige, der bei der Tour de France einen Etappensieg gefeiert hatte, Danilo Hondo und Gerald Ciolek auf die weiteren Plätze. Lokalmatador Markus Fothen sicherte sich wie im Vorjahr den Friedhelm-Hamacher-Gedächtnispreis für den kämpferischsten Fahrer.
Es war knapp, aber am Ende blieb es dabei: Auch nach der zehnten Tour de Neuss stand ein neuer Fahrer ganz oben auf dem Siegertreppchen. Gerald Ciolek (Quick Step Cycling Team) hatte sich 2007 den Sieg gesichert, doch im packenden Schlusssprint auf der Kaiser-Friedrich-Straße musste er sich dem als Favorit ins Rennen gegangenen André Greipel ebenso geschlagen geben wie Danilo Hondo.
Bis zum faszinierenden Finale hatten die Profis freilich Schwerstarbeit zu verrichten. Denn ein dickes Gewitter mir ergiebigen Regenfällen hatte die Strecke gefährlich glatt werden lassen. Dazu war es empfindlich kalt. Doch Menschen, die mit dem Radsport ihren Lebensunterhalt bestreiten, sind hart im Nehmen. Von Beginn an gaben die Fahrer mächtig Gas. Bereits in der vierten Runde setzte sich eine siebenköpfige Spitzengruppe ab. Angeführt von Grischa Niemann (Rabobank Cycling Team) fuhren Danilo Hondo, Tomas Vaitkus (Team Astana), Joachim Tolles (TT Raiko Argon 18), Dominik Nerz (Team Liquigas), Patrick Gretsch (Team HTC Highroad) und der Russe Alexey Markov zwischenzeitlich einen Vorsprung von gut 25 Sekunden heraus. Doch im Feld machten vor allem Marcel Sieberg und Sebastian Lang, Teamgefährten Greipels (Omega Pharma-Lotto), Tempo. Die Folge: In Runde 30 waren die Ausreißer gestellt. Und schon folgte die nächste Attacke: Sebastian Lang, Fabian Wegmann (Team Cleansport - Broich Catering) und Martin Reimer (Team Skil-Shimano) versuchten ihr Glück, dahinter kämpfte der lange ungemein aktive Tomas Vaitkus um den Anschluss.
Ergebnisse
Tour de Neuss, Eliterennen um den Großen Preis der SKg-Getränke über 80 Kilometer:
1. Andre Greipel (Omega Pharma-Lotto) 1:53:21 Stunden (42,2 km/h), 2. Danilo Hondo (Lampre), 3. Gerald Ciolek (Quick Step), 4. Simon Geschke (Skiil-Shimano), 5. Timon Seubert (NetApp), 6. Patrick Gretsch (HTC-Columbia), 7. Markus Fothen (NSP), 8. Marcel Sieberg (Omega Pharma-Lotto), 9. Tomas Radolf (Fanflash-Nutrixxion), 10. Joachim Tolles (TT Raiko Argon 18), ... 20. Fabian Wegmann (Leopard Trek), ... 24. Christian Knees (Sky), 25. Grischa Niermann (Rabobank), 26. Dominik Nerz (Liquigas)
Doch entscheidend weg kam ab der 55. Runde erst die Gruppe mit André Greipel, Danilo Hondo, Dominik Klemme (Team Leopard/fiel später heraus), Simon Geschke (Team Skil-Shimano), Marcel Sieberg, Gerald Ciolek, Patrick Gretsch (Team HTC-Columbia) und Timon Seubert (Team Net App). Mit einer Energieleistung par excellence arbeitete sich in der Folgezeit auch noch Markus Fothen an diese acht Fahrer heran. Die waren sich einig, was die Organisatoren zu einer einmaligen Aktion brachte. Als die Führenden in der 66. Runde auf das Hauptfeld auffuhren, entschied die Rennleitung fünf Runden vor Schluss, alle Fahrer, die nicht der achtköpfigen Spitzengruppe angehörten, aus dem Rennen zu nehmen. Den Sprint um Platz zehn gewann der Uedesheimer Joachim Tolles, der sich zuvor im Derny-Rennen hinter Christian Knees und Martin Reimer Platz drei gesichert hatte. Das Finale hatte es dann noch einmal in sich: Weil sie um die schnellen Beine von André Greipel, der zudem Sieberg als Anfahrer an seiner Seite hatte, wussten, griffen Danilo Hondo und Gerald Ciolek beherzt an. Doch ihre Taktik ging nicht auf. André Greipel, der bei der Tour de France immerhin Sprintkönig Mark Cavendish bezwungen hatte, ließ sich seinen ersten Sieg in Neuss nicht mehr nehmen.
Weil trotz des miesen Wetters immerhin rund 5000 Zuschauer gekommen waren, versprach NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers: "Wir machen weiter, wenn die Zuschauer es wollen. Die Fahrer wollen ja."
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