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Tour de Neuss: "Den" Favoriten gibt es nicht

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 - 11:51

Eins ist sicher vor der neunten Auflage der Tour de Neuss an Mittwochabend: Im Eliterennen wird es einen neuen Sieger geben, denn Vorjahressieger Heinrich Haussler ist nicht am Start. Wer ihn ablöst, ist mit Blick auf das Starterfeld offener denn je: Ein Top-Favorit ist nicht in Sicht.

So war es im Vorjahr: Heinrich Haussler gewinnt den Spurt auf der Kaiser-Friedrich-Straße hauchdünn vor Tony Martin. Diesmal wird es bei der 9. Tour de Neuss auf jeden Fall einen neuen Sieger geben. Foto: A. Woitschützke (4)(H.A. Roth (2), dpa (2);

Es gibt eine Menge Kandidaten für den Sieg am Mittwochabend im Eliterennen der Tour de Neuss um den Preis des skg-Getränkehandels. Es gibt eine Menge Gründe, warum welcher Fahrer die Nase vorn haben könnte nach den 90 Runden gleich 81 Kilometern über Kaiser-Friedrich-Straße, Drususallee, Breite Straße und Kanalstraße zurück auf die Kaiser-Friedrich-Straße.

Nur eines gibt es nicht vor der neunten Auflage des stets publikumsträchtigen Radsportspektakels, seit ihrer Premiere 2002 die größte Sportveranstaltung im Rhein-Kreis Neuss: einen eindeutigen Favoriten.

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Die bisherigen Sieger

Acht verschiedene Sieger hat die Tour de Neuss in ihrer Geschichte bislang erlebt. Den Anfang machte 2002 Andreas Beikirch. Es folgten 2003 Erik Zabel, 2004 Jens Voigt, 2005 Robert Förster. Der Vorster Markus Fothen gewann 2006. 2007 war Fabian Wegmann nicht zu schlagen, 2008 Gerald Ciolek. Im vergangenen Jahr gewann Heinrich Haussler.

Einer will das Rennen gewinnen – Joachim Tolles aus Uedesheim, im Vorjahr Siebter, 2008 Vierter, macht kein Hehl aus seinen Siegesambitionen. Viele können das Rennen gewinnen. André Greipel zum Beispiel, weil er der beste Sprinter im 63-köpfigen Fahrerfeld ist, das um 19.15 Uhr von Radsport-Legende Rudi Altig per Startpistole auf die knapp anderthalbstündige Reise geschickt wird.

Und weil der gerade 28 Jahre alt gewordene Rostocker, im Vorjahr vierfacher Etappensieger und Punktbester bei der Spanien-Rundfahrt, Wut im Bauch hat. Wut darüber, dass ihn sein Team Columbia-Highroad trotz starker Frühjahrsform – unter anderem ein Etappensieg beim Giro d'Italia –nicht mit zur Tour de France genommen hat.

Doch Wut im Bach haben auch andere. Markus Fothen zum Beispiel, den sein Team ebenfalls zu Hause ließ. Nach dem "Aus" für Milram sind der Vorster und sein Bruder Thomas ebenso auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber wie die anderen Milram-Profis: der Deutsche Meister Christian Knees, Johannes Fröhlinger, Fabian Wegmann, der 2007 in Neuss gewann, und der Australier Luke Roberts, der 2000 in seinem Heimatland Olympiasieger im Bahnvierer war, der auf der 15. Etappe der Tour de France Rang fünf belegte. Ein Sieg in Neuss wäre da nicht die schlechteste Empfehlung, denn das erste Radrennen auf deutschem Boden seit Beendigung der Tour de France genießt inzwischen in der Branche einen ausgezeichneten Ruf.

Geht es nach den Gesetzen der Logik, wäre Tony Martin an der Reihe. Denn der Cottbuser, zweitbester Zeitfahrer der Tour de France, musste sich 2009 nur hauchdünn Heinrich Haussler geschlagen geben – der ist diesmal nicht am Start.

Vielleicht trumpfen aber auch die "Alten" noch einmal auf: Bei Jens Voigt (38), dem Sieger von 2004, bleibt abzuwarten, wie er die Sturzverletzungen aus Frankreich überstanden hat. Danilo Hondo (36) und Grischa Niermann (34) können ebenfalls viel Routine in die Waagschale werfen. Zwei Mal hat übrigens noch kein Fahrer die Tour de Neuss gewonnen. Ob sich das diesmal ändert - eine von vielen spannenden Fragen.

Quelle: NGZ

 
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