Ein spannendes Finale bot die 9. Auflage der Tour de Neuss: Nachdem Columbia-Profi Tony Martin sich 2009 im Endspurt hatte geschlagen geben müssen, setzte er sich am Mittwochabend durch. Der Kaarster Markus Fothen wurde als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet.
Es bleibt dabei: Auch die 9. Auflage der Tour de Neuss konnte nicht von einem Fahrer gewonnen werden, der schon einmal als Sieger den Zielstrich auf der Kaiser-Friedrich-Straße überquert hatte. Dafür gab es am Mittwoch nach einem hochklassigen Finale einen Gewinner, der im vergangenen Jahr noch knapp gescheitert war. Tony Martin vom Team HTC Columbia hatte sich 2009 im Sprint noch Heinrich Haussler (Team Cervelo) geschlagen geben müssen, Mittwoch ließ er es erst gar nicht so weit kommen und ritt eine Runde vor Ende der insgesamt 90 Runden (81 Kilometer) die entscheidende Attacke. Nach 1:54:29 Stunden fuhr er mit deutlichem Abstand vor Christian Knees (Team Milram) und Danilo Hondo (Team Lampre) ins Ziel.
Gut, dass das Rennen insgesamt viel Abwechslung an der Spitze bot und es gerade in der entscheidenden Phase auf den letzten 17 Runden so exzellenten Radsport zu sehen gab. So konnten die wieder zahlreich erschienenen Zuschauer (nach Polizeiangaben knapp 15 000) leichter vergessen, dass der eigentlich angekündigte Publikumsliebling Jens Voigt (Saxo Bank) kurzfristig absagen musste. Die Verletzungen, die er sich bei einem Sturz bei der Tour de France zugezogen hatte, stellten sich im Nachhinein als zu gravierend heraus.
Das Endergebnis
1. Tony Martin (HTC Columbia) 2. Christian Knees (Milram) 3. Danilo Hondo (Lampre) 4. Dominik Klemme (Saxo.Bank) 5. Grischa Niermann (Rabobank) 6. Steffen Radochla (Nutrixxon) 7. Joachim Tolles (Sparkasse) 8. Thomas Fothen (Milram) 9. Lars Teutenberg (Quirinus) 10. Andreas Stauff (Quick-Step) 11. Martin Reimer (Cervelo) 12. Simon Geschke (Skil-Shimano) 13. Alexander Gut (Racing-Students) 14. André Greipel (HTC Columbia) 15. Fabian Wegmann (Clean Sport Broich) 16. Michael Kurth (Kuota Indeland) 17. Aleksejs Saramotins (HTC Columbia)
Doch in Gestalt des Kaarster Milram-Profis Markus Fothen füllte ein Lokalmatador die Rolle des verbissenen Kämpfers aus. Nachdem sich zuvor sein Bruder und Mannschaftskamerad Thomas schon häufiger vorne gezeigt hatte, setzten sich die beiden nach 61 Runden zusammen an die Spitze, wo sie sich auch drei Runden den heimischen Fans präsentierten. Und auch als die beiden wieder vom Feld geschluckt wurden und sich in Martin und Hondo zwei Fahrer absetzen, gab Markus Fothen alles, um dran zu bleiben. Bis zur 81. Runde hielt er sich mit dem Uedesheimer Joachim Tolles (Team Sparkasse) in der achtköpfigen Spitzengruppe.
Aber auch, als er dann zurückfiel, war der Akku noch so voll, dass er seinen Teamkameraden Christian Knees, amtierender Deutscher Meister, an den zwischenzeitlich ausgebüxten Danilo Hondo heranführen konnte. Hinterher gab's für diesen beherzten Auftritt den Friedhelm-Hamacher-Preis für den kämpferischsten Fahrer. Als Knees zusammen mit Tony Martin nach 88 Runden zu Hondo aufgeschlossen hatte, hatte Fothen endgültig seine Schuldigkeit getan. "Markus hatte tolle Arbeit geleistet", lobte denn auch Knees, der sich nach dem Rennen aber über seinen Fehler nach der 89. Runde mächtig ärgerte. Da ließ er Martin, der bei der Tour de France bei beiden Zeitfahren Zweiter wurde, für einen Augenblick aus den Augen. Das reichte dem 25-Jährigen, um sich den entscheiden Vorteil zu verschaffen.
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