Neuss (NGZ). Es blitzte und donnerte in der Ferne, doch als die Radprofis zur "Tour de Neuss" starteten, stoppte der Regen und die Zuschauer kamen doch noch. 5000 Neusser machten den Sportabend zu einem gesellschaftlichen Ereignis.
Zum Schluss behielt Stephan Hilgers recht. Schon am Nachmittag beim Empfang im Novotel am Rosengarten hatte der Vorsitzende des gastgebenden Neusser Radfahrervereins (NRV) versprochen, der "liebe Gott" werde die "Tour de Neuss" verschonen: "Wir haben in St. Quirin fünf Kerzen angezündet." So blitzte und donnerte es in der Ferne, doch als Schützenkönig Werner Kuhnert um 19.18 Uhr den Startschuss gab, schloss der Himmel seine Schleusen. Da säumten vielleicht tausend Zuschauer den ein Kilometer langen Rundkurs mit Start und Ziel auf der Kaiser-Friedrich-Straße. "Wir machen heute ein dickes Minus", prophezeite da schon Franz-Michael Rennefeld, Vize-Stadtbeauftragter der Neusser Malteser, die Mittwoch Abend mit rund 50 Helfern im Einsatz waren – und unter anderem auch einen Getränke- und Imbissstand betrieben.
Radsport in Neuss
Radrennbahn Als das Stadion an der Jahnstraße 1924 eröffnet wurde, verfügte es über eine Radrennbahn. Dort endete auch der Halbklassiker Neuss-Aachen-Neuss.
Rennen 1993 wurde Neuss-Aachen-Neuss zum 30. und letzten Mal ausgetragen. 2002 startete der damalige NRV-Chef Friedhelm Hamacher die erste Tour de Neuss.
Als 80 Kilometer und zwei Stunden später Andre Greipel vom Team Omega Pharma Lotto vor Danilo Hondo (Lampre) und Gerald Ciolek (QuickStep) als Sieger über den Zielstrich schoss, da hatten sich die Ränge aber merklich gefüllt. "Das waren dann doch noch 5000 Zuschauer", waren sich Polizeisprecher Hans-Willi Arnold und NRV-Chef Stephan Hilgers einig. Lohn der Last für eine arbeitsreiche Vorbereitung und großes Klinkenputzen, um über Sponsorengelder auch die 10. Auflage der "Tour de Neuss" zu finanzieren. "Wir kalkulieren solide", sagt Stephan Hilgers, "kämpfen um jeden Euro und halten, was wir versprechen." Diese Zuverlässigkeit zeichnet das Neus-ser Rennen aus, das weiterlebt, während viele andere deutsche Kriterien, die der Tour de France folgen, längst Geschichte sind.
Die Fahrer stärken den Neussern den Rücken. "Ich freue mich aufs nächste Jahr", sagte Gerald Ciolek nach der Zielankunft, "das Neusser Publikum macht mit und stärkt uns den Rücken." Hilgers ist als Organisator wie die Radprofis auf der Strecke ein Kämpfer: "Trotz aller Arbeit und Last. Es macht viel Freude."
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