Rhein Fire trotz 21:10 über die Centurions nicht im Finale um den World Bowl: Rhein Cup bleibt in Düsseldorf
(NGZO) Um Punkt 19.00 Uhr wurde es still und traurig in der LTU arena. 28.334 Football-Fans verabschiedeten sich mit einer Schweigeminute von Alexander Leibkind, dem verstorbenen Rhein Fire General Manager (von 1995–2004), der am 18. Mai in New York mit nur 53 Jahren einem Herzinfarkt erlegen war.
Dann aber begann die Jagd zwischen Rhein Fire und den Cologne Centurions um den Rhein Cup, der für die Düsseldorfer gleichzeitig den Kampf um den Einzug ins World Bowl-Finale bedeutete. Denn nur mit einem Sieg über Köln und einer gleichzeitigen Niederlage der Frankfurter in Berlin konnte Fire noch das Endspiel erreichen. Am Ende hieß es 21:10 (7:7, 0:3, 14:0, 0:0) für Rhein Fire. Der Rhein Cup bleibt in Düsseldorf.
Doch die Paarung des Yello Strom World Bowl XIV am 27. Mai in der LTU arena heißt Amsterdam Admirals gegen Frankfurt Galaxy, weil die Hessen in Berlin ganz knapp mit 14:13 gewannen.
Zum Spiel: Fire erwischte einen Traumstart. Bereits beim ersten Spielzug tankte sich Running Back Fred Jackson durch und lief über 80 Yards bis in die Endzone – das umjubelte 7:0 nach nur 1:59 Minuten. Die Düsseldorfer Stahl-Defense hatte die Kölner vor den Augen von 3.000 ThyssenKrupp-Mitarbeitern zu Beginn sehr gut im Griff. Bei den ersten beiden Drives mussten die Kölner jeweils nach drei Versuchen punten.
Dann aber hielt ein Fire-Foul die dritte Kölner Angriffsserie am Leben und am Ende hieß es durch einen Zwei-Yard-Lauftouchdown durch den Ex-Düsseldorfer Jamaal Branch 7:7. Kölns Fred Russell hatte mit einem Lauf bis an die Zwei-Yard-Linie für die gute Vorarbeit gesorgt.
Fire versuchte sein Laufspiel zu etablieren und erreichte vor allem durch Jackson Raumgewinn und First Downs. Doch zu Beginn des zweiten Viertels musste wieder der sehr gute Düseldorfer Punter Travis Dorsch auf das Feld. Sein Befreiungsschlag landete an der Kölner Fünf-Yard-Linie.
Unter dem Druck der Düsseldorfer Defense verlor Kölns Quarterback Shane Boyd den Ball. Glück für die Gäste: William Obeng warf sich auf das freie Ei und holte so auch noch ein wichtiges First Down. Mangels Anspielstation lief Boyd häufig selber und holte dabei drei weitere neue First Downs für die Centurions heraus. Köln stand schon an der Acht-Yard-Linie von Fire. Doch dann fumblete Branch.
Düsseldorfs Safety Siddeeq Shabazz griff beherzt zu und brachte sein Team so in Ballbesitz. 1:58 Minuten vor der Halbzeit standen die Kölner wieder nur noch acht Yards vor den Toren Düsseldorfs. Einen Touchdown konnte Fire verhindern, das 24-Yard-Fieldgoal von Kölns Kicker Nick Setta 35 Sekunden vor Halbzeit zum 7:10 nicht. Beim anschließenden Kickoff-Return brach sich Fire-Receiver Kendrick Starling die Hand. Zuvor war bereits Safety Gabriel Helms mit ausgekugelter Schulter ausgeschieden.
Rhein Fire-Headcoach Jim Tomsula ließ in dieser entscheidenden Partie seinen Starting Quarterback Drew Henson durchspielen. Das machte sich Mitte des dritten Viertels bezahlt. Da fand Henson trotz Druck der Kölner mit einem 40-Yard-Pas seinen Receiver Steven Harris. Fire in der Redzone – und kurz darauf in Person von Running Back Jacque Lewis auch in der Endzone. Sein 7-Yard-Lauf brachte Fire mit 14:10 in Front.
Das Zusammenspiel zwischen Henson und Harris funktionierte wenig später noch viel besser. Da feuerte der Quarterback einen 35-Yard-Touchdownpass auf seinen Receiver – 21:10. Mitten in den frenetischen Jubel der Fire-Fans verbreitete sich auf der Tribüne der LTU arena die entäuschende Nachricht, dass Frankfurt nach 0:13-Rückstand am Ende doch noch mit 14:13 in Berlin gewinnen konnte.
Bitter aus Fire-Sicht: Berlin verschoss drei Minuten vor Schluss ein 30 Yard-Fieldgoal. Dennoch ließ sich das Team von Rhein Fire nicht hängen, sondern verabschiedete sich mit einer prima Leistung von seinen tollen Fans. Sehenswert: Travis Dorsch täuschte im letzten Viertel einen Punt an und lief dann mit dem Ei ein neues First Down heraus.




















