Zwei Tote nach Unwettern: Experten: Hochwasserschutz unzureichend
Düsseldorf (RPO). Nach den Regenfluten in Deutschland und der Schweiz geben Meteorologen vorerst Entwarnung. Doch Experten zeigen sich alarmiert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft den Bundesländern vor, zu wenig für den Hochwasserschutz zu tun. Hilfsgelder in Milliardenhöhe seien lediglich in den Wiederaufbau der alten Infrastruktur gesteckt worden. Zu wenig für einen echten Schutz.
Die betroffenen Bundesländer hätten nach den Jahrhunderhochwassern an Oder und Elbe vor fünf Jahren zwar insgesamt rund acht Milliarden Euro Schadens- und Aufbauhilfen bekommen. Damit sei jedoch vor allem die Infrastruktur in den Risikogebieten wiederhergestellt worden. Hunderte Millionen Euro seien außerdem für Deichverstärkungen, Polder, Rückhaltebecken und Uferbefestigungen ausgegeben worden. Der Schwerpunkt beim Hochwasserschutz habe damit auf rein technischen Maßnahmen gelegen.
Der BUND macht dafür vor allem mangelnden politischen Willen und den Druck der Bau- und Agrarlobby dafür verantwortlich. Als Fehler erweisen könne sich zudem der Wiederaufbau von Gebäuden und Verkehrseinrichtungen an den gleichen Stellen, die 2002 überflutet worden waren. Außdem fehlten geeignete Strategien zur Anpassung an die wegen des Klimawandels zu erwartenden extremen Hoch- und Niedrigwasserstände der Flüsse.
Flüssen mehr Raum geben
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Den Flüssen mehr Raum geben - das war erklärte Absicht von Bundes- und Länderregierungen, als deren Spitzenpolitiker in Gummistiefeln auf den geborstenen Deichen standen. Die Deiche wurden zwar erhöht, die Flüsse erhielten aber nur marginal zusätzlichen Raum, in den ein nächstes Hochwasser ausweichen kann. Vier Fünftel der ursprünglichen Überschwemmungsfläche haben wir den Flüssen genommen, jetzt bekommen sie nicht einmal ein Hundertstel zurück."
Vor allem die Bundesländer hätten das von der Schröder-Regierung verabschiedete Hochwasserschutzgesetz bereits im Entwurfsstadium weitgehend zerpflückt. Ein generelles Bauverbot in Flussauen sei ebenso verhindert worden wie stärkere Restriktionen bei der landwirtschaftlichen Nutzung potentieller Überschwemmungsflächen.
Zwei Tote in NRW
Bei dem schweren Unwetter in der Nacht auf Freitag waren in Nordrhein-Westfalen zwei Menschen ums Leben gekommen. In Arnsberg wurde ein 61-Jähriger vom Hochwasser in seinem Keller überrascht und ertrank in den Wassermassen. Der Tod eines 78-Jährigen in Mönchengladbach gibt der Polizei noch Rätsel auf. Experten gehen davon aus, dass sich das Hochwasser-Risiko in Deutschland verzehnfachen wird.
Der 61-jährige Mann habe wegen der einströmenden Wassermassen den Keller nicht mehr verlassen und nur noch tot geborgen werden können, erklärte ein Polizeisprecher.
Im Fall des 78-Jährigen in Mönchengladbach bezweifelte ein Polizeisprecher die Angaben der Feuerwehr, wonach der Mann möglicherweise an einem Stromschlag gestorben war, als er mit einer elektrischen Pumpe seinen überfluteten Keller habe leer pumpen wollen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Nach heftigen Regenfällen war die Autobahn 46 bei Arnsberg am späten Donnerstagabend komplett gesperrt worden. Nach Polizeiangaben war eine große Menge Schlamm auf die Fahrbahn gespült worden. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen gab es am späten Donnerstagabend vor allem in Ostwestfalen heftige Regenfällen mit punktuell 20 bis 35 Litern pro Quadratmeter. Nach Mitternacht zog das Regengebiet Richtung Eifel.
Hochwasser-Gefahr steigt
Das Bundesumweltministerium warnt vor der steigenden Hochwasser-Gefahr. "Das Hochwasser-Risiko in Deutschland wird sich in absehbarer Zukunft verzehnfachen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Michael Müller (SPD), unserer Redaktion.
"Schon in wenigen Jahrzehnten müssen wir durch den Klimawandel davon ausgehen, dass es im Winter etwa 40 Prozent mehr Regenmenge, aber immer weniger Schnee- und Eis-Speicherung gibt, sodass sich die Abflüsse enorm beschleunigen", erklärte Müller.
Seit der Jahrhundert-Flut an der Elbe vor fünf Jahren hätten die Länder viel zu wenig für den Hochwasserschutz getan, rügte der Umwelt-Staatssekretär. "Wir müssen lernen zu handeln, bevor eine Katastrophe eingetreten ist. Wir müssen mehr für den Gebirgsschutz tun, wir müssen aufhören, Flüsse zu begradigen, und wir müssen viel mehr für den Klimaschutz machen", forderte Müller.
Nach einer aktuellen Stdie von Kepplinger, Uni Mainz, glaubt 1/3 der einschlägig tätigen Wissenschaftler an den menschengemachten Klimawandel, 1/3 ist der Überzeugung, daß der Mensch keine Wirkung...
Hast du dich nie gefragt wie es sein kann, dass praktisch alle professionellen Klimatologen der Welt an das ''Märchen'' der Erderwärmung glauben, während nur eine Handvoll Pensionäre die Wahrheit...
das ist doch eher eine verzwanzigfachung oder? Über Trinkwassermangel brauchen wir uns wohl wirklich nicht beschweren - allerdings fehlt das Wasser in Spanien für Paprika/Tomaten/Erdbeeren...

























