US-Kandidaten gelten als mitfühlend, ehrlich und sympathisch: Bush/Kerry: entscheidungsstark versus intelligent

zuletzt aktualisiert: 13.07.2004 - 14:47

Washington (rpo). Amtsinhaber George W. Bush gilt einer Umfrage zufolge als entscheidungsstarke Führungspersönlichkeit. Sein demokratischer Herausforderer John Kerry dagegen als der intelligentere Politiker.

US-Präsident George W. Bush und Präsidentschaftskandidat John Kerry haben wenig gemeinsam. Foto: AP, RPO

Sieben Eigenschaften sollten Wahlberechtigte in einer Umfrage den Kandidaten für die US-Präsidentenwahl im November zuteilen. Während Bush bei zwei Dritteln der Befragten als entschlussfreudig punkten konnte, sprach nicht einmal jeder zweite Kerry diese Eigenschaft zu.

Zwei von drei Befragten bescheinigten Bush Entscheidungsstärke, damit liegt er ganze 22 Prozent vor Kerry. Selbst innerhalb seiner eigenen Partei kommt der Demokrat bei der Frage nach einer starken Führungspersönlichkeit nur auf eine Zustimmungsrate von 66 Prozent. Bush "weiß, was er will", sagt Sam Werzberger aus New York. Kerry habe er noch nicht oft gesehen, aber es komme ihm vor "als ob er sagt, was die Leute hören wollen", kritisiert der 26-Jährige.

Mehr als 80 Millionen Dollar investierte Bushs Wahlkampfteam in den vergangenen Monaten, um Kerry als wankelmütigen Politiker und damit als ungeeigneten Staatschef der USA darzustellen. Und der Demokrat hat der Konkurrenz dabei selbst kräftig in die Hände gespielt: Er stimmte im vergangenen Jahr für den Irak-Krieg - und als klar war, dass ein Großteil der Parteibasis die Invasion ablehnte, hatte er Mühe, seine damaligen Ansichten zu erklären und zu verteidigen.

Geht es dagegen um das Bewertungskriterium Intelligenz, liegt Kerry deutlich vorne: Vier von fünf Befragten (83 Prozent) bewerteten Bushs Herausforderer als intelligent - gegenüber 63 Prozent, die dem derzeitigen Präsidenten diese Eigenschaft zusprachen.

Bei den Charaktereigenschaften mitfühlend, ehrlich und sympathisch liegen Bush und Kerry fast gleichauf. Bushs Art und Weise, Entscheidungen zu treffen und dabei zu bleiben, hat der Umfrage zufolge jedoch auch ihre Kehrseite: Eine Mehrheit der Befragten (52 Prozent) hält Bush für arrogant. Kerry betrachten dagegen nur 44 Prozent als überheblich. Irgendwie anmaßend seien beide, sagt Becky Robertson aus dem US-Staat Kentucky. "Das ist typisch Politiker". Reichtum wird offenbar als ebenso typisch angesehen: Neun von zehn Befragten sehen Bush als reich an, fast genauso viele Kerry (85 Prozent). Beide Politiker haben ein Millionenvermögen, Kerry hat außerdem noch die 500-Millionen-Dollar-Erbschaft seiner Frau Teresa Heinz Kerry im Rücken.

"Bush und seine Regierung haben einen guten Job gemacht"

Neben einer Zuordnung von sieben Eigenschaften - sympathisch, intelligent, entscheidungsfreudig, mitfühlend, ehrlich, arrogant und reich - sollten die Befragten außerdem entscheiden, welcher Kandidat den Wählern mehr Optimismus für die Zukunft des Landes vermitteln kann. Jeder zweite fühlte sich von Bush motiviert, an eine gute Zukunft der USA zu glauben. Kerry konnte nur bei 44 Prozent eine positives Sicht der Zukunft auslösen. "Seit dem 11. September gab es keinen größeren Terroranschlag in diesem Land", begründet Bob Shea aus Massachusetts seine Umfrageentscheidung. "Ich muss sagen, Bush und seine Regierung haben einen vernünftigen Job gemacht".

Für die Erhebung des Ipsos-Instituts im Auftrag der AP wurden zwischen dem 5. und 7. Juli 804 Wahlberechtigte in den USA befragt. Die Umfrage hat eine Fehlerquote von 3,5 Prozent.



 
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