Vor WM-Spiel: Massendemo gegen iranischen Präsidenten in Nürnberg

zuletzt aktualisiert: 11.06.2006 - 23:02

Nürnberg (rpo). Rund 1200 Menschen haben in Nürnberg gegen den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad protestiert. Anlass war die WM-Begegnung des Irans mit Mexiko. Der frühere Vizepräsident den Zentralrats der Juden, Michel Friedman, nannte Ahmadinedschad die neue Symbolfigur der Nazi-Bewegung in Deutschland.

Michel Friedman warnt, Irans Präsident Ahmadinedschad sei die neue Symbolfigur der Rechten. Foto: ddp

Kurz vor dem ersten Spiel Irans bei der Fußball-Weltmeisterschaft versammelten sich Ahmadinedschad-Kritiker, um vor allem gegen die israelfeindlichen Äußerungen des Staatschefs zu protestieren. Auf der Kundgebung, zu der mehrere jüdische Organisationen aufgerufen hatten, sprachen auch der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth.

Kurz vor Beginn der Veranstaltung sagte Beckstein vor Journalisten: "Die Deutschen sind Freunde des iranischen Volkes, aber heftige Gegner eines Mannes, der den Holocaust leugnet." Die Demonstration sei wichtig, "weil auch eine Fußballweltmeisterschaft keine politikfreie Zeit ist".

Holocaust-Leugner ist kein Freund

Grünen-Chefin Roth betonte, Ahmadinedschad sei nicht gleichzusetzen mit dem iranischen Volk. Es müsse aber deutlich gemacht werden, dass der iranische Präsident in Deutschland nicht willkommen sei. "Das Motto der WM heißt 'Die Welt zu Gast bei Freunden'. Wer den Holocaust leugnet, der gehört nicht zu meinen Freunden", fügte Roth hinzu.

Der Publizist und frühere Vizepräsident den Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman nannte die Anwesenheit des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Aliabadi bei dem Spiel in Nürnberg einen Skandal. "Er repräsentiert ein Regime, das den Staat Israel vernichten möchte", sagte Friedman. Die Kundgebung in sei eine "klare Demonstration gegen den Hitler des 21. Jahrhunderts".

Auf Transparenten in der Menge der Demonstranten war unter anderem zu lesen: "Viva Israel", "Es lebe die Freiheit!", "Nie wieder!", "Keine Akzeptanz für Völkermord" und "Keine Akzeptanz für die Androhung von Völkermord!" 


Quelle: ap

 
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