Ursula von der Leyen und Kristina Köhler: Merkels Favoritinnen im Bundeskabinett
Berlin (RP). Ursula von der Leyen wird neue Ministerin für Arbeit und Soziales. Als Familienministerin folgt ihr die hessische Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler. In der Fraktion trägt diese den Spitznamen "Kohls Mädchen II".
Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) war gestern in Brüssel bei der Jugendministerkonferenz, als sich in Berlin die Ereignisse überschlugen. Am frühen Nachmittag klingelte ihr Handy. Die Kanzlerin bot ihr die Nachfolge des zurückgetretenen Arbeitsministers Franz Josef Jung an.
Damit ist der quirligen und ehrgeizigen Ministerin nun doch der Aufstieg im Kabinett gelungen. Nach den Koalitionsverhandlungen galt die 51-Jährige zunächst als Verliererin. Wie ein Löwe hatte sie für die CDU die Verhandlungen um die Gesundheit geführt. In ihrem Ministerium hatte sich manch ein Mitarbeiter schon innerlich auf den Umzug ins Gesundheitsministerium eingestellt. Am Ende musste sie FDP-Mann Philipp Rösler den Vortritt lassen. Anschließend wurde gestreut, sie habe sich bei Kanzlerin Merkel auch um den Job der EU-Kommissarin in Brüssel beworben. Aus ihren Ambitionen für das Gesundheitsressort hatte von der Leyen nie ein Geheimnis gemacht, die Gerüchte, sie habe den Job bei der EU-Kommission haben wollen, bestritt sie allerdings.
Am Ende aller Gerüchte blieb sie Familienministerin. Kanzlerin Merkel hatte entschieden, das Familienministerium nicht aus der Hand der CDU zu geben. Immerhin hatte sich das Ministerium unter von der Leyens Führung zu einem strategisch bedeutsamen Ressort gemausert. Mit Chuzpe und teilweise sozialdemokratischen Ideen reklamierte die Mutter von sieben Kindern die Familienpolitik in Deutschland für sich und damit für die CDU. Handstreichartig modernisierte sie die Familienpolitik, führte das Elterngeld ein und verpflichtete die Länder auf den Ausbau der Kinderbetreuung. Ganz nebenbei entstaubte sie das Image der CDU.
"Kohls Mädchen II"
Nun soll Kristina Köhler, 32 Jahre jung, in von der Leyens Fußstapfen treten. In der Unionsfraktion trägt sie den Spitznamen "Kohls Mädchen II", was weniger mit Helmut Kohl zu tun hat als mit der Erwartung, dass aus Köhler noch einmal etwas werden könnte. Merkel, das ursprüngliche "Kohls Mädchen", hat auch als Frauen- und Jugendministerin angefangen. Köhler wird nun für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig sein. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla zählt sie schon länger "zu den großen Nachwuchstalenten in der CDU". Ihre politische Erweckung hatte Köhler sehr früh: "Die anderen Mädchen schwärmten für Pferde, ich für Helmut Kohl", erzählt sie über sich als Zwölfjährige. Das war das Jahr, in dem die Mauer fiel.
In Berlin hat sich die promovierte Soziologin im BND-Untersuchungsausschuss zur Beteiligung Deutschlands am Irakkrieg einen Namen erarbeitet. Für ihre stets lächelnd vorgetragene, aber in der Sache harte Befragung von Frank-Walter Steinmeier, Joschka Fischer und Otto Schily erntete sie allseits Anerkennung. Ein bisschen Glück ist selbstverständlich auch dabei, wenn eine 32-Jährige an die Spitze des Familienministeriums katapultiert wird. Bei Köhler heißt der Zufall Hessen. Wie der zurückgetretene Arbeitsminister kommt sie aus von dort und sorgt somit dafür, dass auch der Regionalproporz in der Regierung erhalten bleibt.
Beim Thema Familie ist Köhler ein unbeschriebenes Blatt. Auf ihrer Internetseite wirbt sie für sich als Fachpolitikerin für Islam, Integration und Extremismus. Auch persönlich wird sie kaum die Mutter der Nation geben. Die 32-Jährige ist kinderlos und ledig.
Auf beide Ministerinnen warten große Herausforderungen. Zwar hat von der Leyen in der vergangenen Legislaturperiode die dicken Themen in der Familienpolitik abgeräumt, aber es gibt noch genug zu tun. Die neue Familienministerin muss den Ländern beim Krippenausbau auf die Finger klopfen, sie muss die Kinderarmut bekämpfen und den Streit ums Betreuungsgeld befrieden.
Auf von der Leyen warten im Arbeits- und Sozialministerium zahlreiche Baustellen. Genau das schätzt diese Ministerin. Sie muss die Arbeitsvermittlung verfassungskonform und effektiv reformieren. In ihrem Ressort liegt nun die Berechnung der Hartz-IV-Sätze für Kinder, die sie von ihrem Amts-Vor-Vorgänger Olaf Scholz noch eingefordert hatte. Und beim Thema Rente wird sie in den nächsten Jahren Härte zeigen müssen. Die Rentenformel ist wegen zahlreicher Ausnahmeregelungen aus dem Lot geraten. Von der Leyen wird den Senioren zahlreiche Nullrunden zumuten müssen.
Frau Köhler hat einen Bruder, eine Schwägerin und Eltern. Familie kennt sie also. Die Unterschrift hat mich irritiert. Sie ist eng und kantig. Das deutet auf eine eingeschränkte und etwas...
Die Richtung stimmt! Well done, Ms. Mörkel !
Da die RPO ein linientreues Medium stellt empfehle ich zum Thema mitunter folgenden Artikel zu lesen: ''http://www.welt.de/politik/lachmann/article5357161/ Nicht-Merkel-Guttenberg-hat-Jung-entlassen.html'' Schon...


























