Berliner FDP-Politiker
Arme sollen bei Rattenjagd dazuverdienen
Der Fraktionsvize der Berliner FDP hat mit der Forderung für Empörung gesorgt, arme Menschen sollten sich mit dem Töten von Ratten etwas dazu verdienen.
Autor: trudero / Datum: 18.12.08 10:46
Was dabei übersehen wird
Wenn Ratten gegen Entgelt gejagt werden, ist das wohl ein Gewerbe. Bei dem man sich mit der einen oder anderen tödlichen Krankheit anstecken kann, die von Ratten übertragen werden. Und dann braucht man dafür auch noch die amtliche Erlaubnis zum Töten von Wirbeltieren. Sonst ist das nämlich ordnungswidrig. Ich finde die Idee klasse. Arbeitsloser tötet 50 Ratten, liefert 50 Kadaver ab (wo eigentlich) holt sich 50 Euro ab (wo eigentlich) und trägt die 50 Euro dann gleich zur Bußgeldstelle. Der Geldkreislauf wird also deutlich angeregt. Bei geschätzten Verwaltungskosten von 100 €. Ich glaub, ich bin nicht dämlich genug um Politiker zu werden.
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Autor: ruby29 / Datum: 16.12.08 16:37
Wie einfach ist das Fangen einer Ratte?
FDP - mich wundert da nichts mehr. Wir hatten wirklich mal eine Ratte im Keller. (Und das in sogenannter gehobenerer Wohnlage) Nach einem längeren Gespräch mit dem hinzugerufenen Fachmann kann ich nur sagen, dass dies auch Arbeit für Fachleute ist. Ratten sind gefährlich, können schlimme Krankheiten mit sich tragen und sind auch noch angriffslustig, wenn sie sich bedroht fühlen. Wenn die Kanalisation vor Ratten überquillt weil alle ihr übriggebliebenes Essen ins Klo kippen, da die Mülltonnen nur noch alle 14 Tage geleert werden, dann sind das natürlich die Harz4 Leute schuld und die sollen das dann auch wegmachen gell?!? Leute die solche Vorschläge machen sollten das mal erst vormachen wie das gehen soll. Dieser Vorschlag zeigt sowohl eine völlige Ahnungslosigkeit in Bezug auf das Thema Rattenplage als auch eine unakzeptable soziale Kaltschnäuzigkeit gegenüber Menschen, die sich ihre Notlage ja nicht extra ausgesucht haben, um die anderen zu ärgern. Der Mensch hat ein Recht auf Arbeit. Nach Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird es als elementares Menschenrecht betrachtet.
Man muss jetzt wohl für die FDP extra noch mal dazu schreiben: der Mensch hat ein Recht auf Arbeit, mit der er sich ernähren und seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, die seiner Ausbildung entspricht und das in menschenwürdigem Rahmen.
Wo sind wir den hier?
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Autor: Andreas Bu / Datum: 16.12.08 16:23
@Andromedarion
Anders als die RP und andere Bild-Klone behaupten, war von ''sollen'' oder gar ''Forderung'' nie die Rede. Zumindest in keiner öffentlich auffindbaren Quelle. Es ging darum, dass es Freiwilligen(!) aller Art(!) angeboten(!) werden soll, sich gegen Entgelt an der Rattenjagd zu beteiligen.
Ob das sinnvoll oder gar rechtlich möglich ist, sei mal dahingestellt. Von Zwangsarbeit aber ist das Lichtjahre entfernt. Da haben ein paar Medien mal wieder einen Aufreger produziert. Kennt man ja inzwischen. Da sich aber aktuell weder Oskar Lafontaine, noch Peter Sodann für lustige Wortverdrehungen anbieten, greift man sich halt irgendjemand anderes. Hauptsache, man hat eine krawallige Schlagzeile.
Beängstigend finde ich allerdings die offene Gewaltbereitschaft bei Medien und Forenschreibern, selbst bei so einer Nebensächlichkeit.
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Autor: Andromedarion / Datum: 16.12.08 16:13
Grundgesetz Artikel 1 Absatz 1
''Grundgesetz Artikel 1 Absatz 1:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.''
Ich war sehr bestürzt als ich den Artikel gelesen habe und einige der Kommentare in diesem thread.
Ich bin selber Langzeitarbeitsloser, sehe mich aber aufgrund meiner inneren Stärke weit davon entfernt je irgendwelche Dinge für Geld tun zu müsen, die ich nicht will.
Sollten Politik und Wirtschaft nicht dem einzelnen Menschen, dem
Individuum dienen?
Sind wir nicht alle glorreiche Wesen, begnadet
mit unendlicher Schöpferkraft und Phantasie, welche bis an den Rand des Universums reicht und darüber hinaus.
Ja, ich glaube es ist eine fundamentale, innere transzendente Wahrheit welche die Architekten des Grundgesetzes erspürten als sie Artikel 1 Absatz 1 unsere Grundgesetzes erschufen.
Politik und Wirtschaft sollen nicht Hand anlegen, an die Würde des Individuums.
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Autor: S-Teddy-D / Datum: 16.12.08 15:48
@atze07
Das war ja mal richtig konstruktiv. Wir haben ja beileibe keinen Mangel an Arbeit in Deutschland sondern eine Klage über Erwerbslosigkeit oder Einkommen (aus allen möglichen Quellen) die subjektiv für den angestrebten, erwünschten oder für fair gehaltenen Lebenstandard nicht ausreichen. Je niedriger die Qualifikation desto größer die Konkurrenz mit Maschinen (Deutschland lebt auch vom Maschinenbau) oder Menschen in anderen Ländern, die ja auch leben wollen !
Außerdem sind viele einfache Tätigkeiten zwar intellektuell oder vom Basis-Wissen einfacher aber körperlich oftmals bis zur physischen Gesundheitsgefährdung beeinträchtigend. Dies ist ein Grund warum viele einfache Tätigkeiten abgeschafft wurden. Ein anderer Grund ist die ständige überproportionale Erhöhung bei den unteren Lohngruppen aus sozialen Gründen die jeden Arbeitsplatzexport und jede Maschineninvestition sofort lohnend machen. Eine langfristige Lösung ist daher eher die Umschichtung von Geld aus der sozialen Bestandspflege in das Bildungssystem mit Zwangskindergarten und Zwangsschulsystem sowie die Motivation der Bevölkerung zum lebenslangen Lernen. In der deutschen Bevölkerung hat das mal funktioniert und es gab die Ansicht man solle Abitur machen und studieren damit man es mal etwas besser hat als die Eltern. Heutzutage gibt es viele Eltern die sich mit ihrem Elend ganz gut abfinden solange Zigaretten und Fernseher verfügbar sind und ihren Kindern nur zu gerne die Entschuldigung für fehlende Tugenden und Schulschwänzen geben. Manche betrügen sogar sich und Andere indem sie ihr eigenes Versagen auf die da oben, die Reichen oder das System schieben....
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