Stadtporträt Rommerskirchen: Rommerskirchen

JACQUELINE SACHSE -
zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 14:23

(NGZO) Die südlichste Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss ist Rommerskirchen. Hier leben knapp 13.000 Menschen in 17 Ortschaften verteilt. Jahrelang war die Gemeinde ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt. Heute ist Rommerskirchen ein moderner Wohnstandort zahlreichen Naherholungs- und Freizeitangeboten.

Auch von der Vergangenheit ist Rommerskirchen geprägt. Viele Überreste römischer Landgüter „Villae Rusticae“, fränkische Siedlungsreste, romanische und gotische Kirchen, zum Beispiel die Lambertuskapelle, das älteste Gotteshaus im Kreis, im Ortsteil Ramrath, zeigen wie sehr die Gemeinde auch heute noch von der Vergangenheit geprägt ist.

Kultur- und Museenliebhaber können das Kreiskulturzentrum Sinsteden mit dem Landwirtschaftsmuseum, die Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem oder auch das Feld- und Werksbahnmuseum in Oekhoven besichtigen. 

Fakten:
Fläche (in km2) 60,99 km²
Einwohnerzahl 12.956 (zum Jahresende 2008)
Zusammensetzung
Stadt- / Gemeinderat
SPD (13), CDU (12), UWG (3), Grüne (2), FDP (2)
(Ober-)Bürgermeister/in Albert Glöckner
Partnerstädte Karstädt (Prignitz) (Brandenburg), Mouilleron-le-Captif (Frankreich)

Eine Besiedlung des Rommerskirchener Raumes lässt sich bis etwa 3.000 v. Chr. nachweisen. Die fruchtbaren Böden der Rommerskirchener Lößplatte begünstigten die Gründung von Ansiedlungen. Umfangreiche Funde zeugen von der Besiedlung des Gillbachlandes zur Römerzeit. Der Name Rommerskirchen stammt von einem wohlhabenden Gutsherrn namens Romarus, der im 9. Jahrhundert auf seinem Grund und Boden eine Eigenkirche errichtete, deren Reste bei Grabungen an der heutigen Kirche St. Peter gefunden wurden. Die weitere Geschichte der Orte am Gillbach ist wechselhaft und vom Niedergang in Kriegszeiten und dem Wiederaufbau gekennzeichnet. Politisch gehörten die Gemeinden Rommerskirchen, Nettesheim-Butzheim und Frixheim-Anstel bis 1794 zum kurkölnischen Amt Hülchrath, in dem der alte Gillgau aufgegangen war. Rommerskirchen war Sitz eines unteren Gerichts (Dingstuhl). In den zwanzig Jahren der französischen Herrschaft am Rhein kamen die Gemeinden zum Kanton Dormagen und im Jahre 1815 zum preussischen Landkreis Neuss. Seit 1929 gehören die früheren Gillbach-Gemeinden zum Kreis Grevenbroich, heute Kreis Neuss. Die Gemeinden Nettesheim-Butzheim und Frixheim-Anstel bildeten zu dieser Zeit das Amt Nettesheim, das mit der damals amtsfreien Gemeinde Rommerskirchen eine Verwaltungsgemeinschaft einging.

1935 wurden die Gemeinde- und Amtsräte durch die NSDAP aufgelöst. In der Progromnacht im November 1938 wird die Rommerskirchener Synagoge zerstört. Die Synagoge in Nettesheim bleibt nahezu verschont, geht aber in Privatbesitz über. Am 1. März 1945 fand der schwerste Bombenangriff auf Rommerskirchen statt. Zwei Tage später nehmen amerikanische Truppen den Ort ein. Das Gebiet am Gillbach wird Britische Zone.

Ab dem 1.1.1975 entsteht im Rahmen der kommunalen Neugliederung aus dem Zusammenschluss der Ämter Evinghoven und Rommerskirchen -Nettesheim die Gemeinde Rommerskirchen. Die amtsangehörigen Gemeinden Hoeningen, Oekoven, Nettesheim-Butzheim und Frixheim-Anstel werden aufgelöst. Aufgelöst wird auch der Kreis Grevenbroich. Die Gemeinde Rommerskirchen gehört fortan zum neu gebildeten Rhein-Kreis Neuss.


 
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