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Die schmutzige Schöne der Karibik: Havanna zwischen Ruinen und Prachtfassaden

zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 08:59

Havanna (RPO). Weitläufige Boulevards, Art-Déco-Villen und alte Luxushotels erinnern an eine bewegte Vergangenheit, als in Havanna der Mob ausschweifende Partys feierte. Heute ist die Altstadt Weltkulturerbe und Touristenattraktion. Doch Pracht und morbider Verfall liegen dicht beieinander.

Selbst "All-inclusive"-Fans, die am Strand von Varadero ihren Urlaub verbringen, buchen meistens einen Ausflug nach Havanna, eine der ältesten Kolonialsiedlungen der Spanier mit vielen barocken und neoklassischen Bauwerken.  Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war es eine wohlhabende Stadt mit prächtigen Boulevards, Belle-Epoque- und Jugendstilvillen.

In den goldenen Zwanzigern gediehen hier Glücksspiel, Drogenhandel und Prostitution. Amerikanische Mafia-Bosse planten in den 40er Jahren Luxushotels wie das "Riviera", das Mafia-Boss Meyer-Lanski persönlich in Auftrag gab. In den Nachtclubs der Stadt traf sich die Halbwelt Havannas zum Feiern.

Nach der Revolution blieb die städtebauliche Pracht Havannas sich selbst überlassen. Heute sind die sichtbaren Fortschritte beim Erhalt der Bausubstanz in "Habana vieja" maßgeblich dem Denkmalschützer Eusebio Leal zu verdanken. Der Kommunist mit Unternehmerqualitäten weiß seit mehr als zwei Jahrzehnten, dass der Erhalt historischer Gebäude und Plätze Touristen anlockt und Devisen für die weitere Sanierung bringt.

Doch immer noch sind die Kontraste in Havanna riesengroß: Zwischen Capitol und Kathedrale restaurieren Arbeitertrupps historische Gebäude. Derzeit entsteht die Plaza Vieja, einer der ältesten Marktplätze Havannas, wieder in früherem Glanz. Die meisten Bauwerke sind schon restauriert. In der "Taberna de la Muralla" wird Bier gebraut und es "parkt" als Blickfang ein historischer Kleinlastwagen zwischen den Tischen und dem langen Tresen. Gegenüber im Kaffeehaus "Escorial" locken Krokanteis, Käsekuchen und Capucchino.

Doch nur ein paar Ecken weiter müssen Balken und Bohlen viele Treppenhäuser, Decken und ganze Wohngebäude stützen, die sanierungsbedürftig bis abbruchreif sind. "Betreten verboten" stünde in Deutschland vor diesen Häusern. Nach Beginn der Hurrikan-Saison im Herbst rücken regelmäßig Arbeiter und Abbruchkräne aus, um die Häuser, denen der Sturm den Rest gegeben hat, dem Erdbobden gleich zu machen.

Info: Kuba

Reiseziel: Kuba ist die größte Karibikinsel. Sie misst von Westen nach Osten gut 1200 Kilometer. Gut 2 Millionen der insgesamt knapp 12 Einwohner leben in der Hauptstadt Havanna.

Anreise und Formalitäten: Condor fliegt von Deutschland aus nach Havanna, Varadero und Holguin, Air Berlin/LTU nach Varadero. Weitere Anreisemöglichkeiten sind Verbindungen mit Air France (über Paris) und Iberia (über Madrid) nach Havanna. Deutsche benötigen einen noch mindestens sechs Monate gültigen Pass und eine Einreisekarte für 30 Tage, die über das Reisebüro erhältlich ist. Alternativ kann sie bei Kubas Auslandsvertretungen (www.botschaft-kuba.de) beschafft werden.

Klima und Reisezeit: Von November bis April regnet es wenig, die Temperaturen liegen dann oft bei 21 bis 25 Grad. Von Juni bis November ist dagegen Hurrikansaison. Wirbelstürme sind dann möglich.

Gesundheit: Eine Krankenversicherung mit Auslandsschutz ist dringend zu empfehlen.

Sprache: Das kubanische Spanisch hat einige Besonderheiten bei Wortschatz und Aussprache. In gehobenen Restaurants und Hotels kann das Personal meist auch Englisch.

Währung: Ein Euro sind rund 1,35 "konvertible" Pesos (CUC, Stand: November 2009). Mit dieser Währung zahlen Urlauber in allen Hotels, Läden und den meisten Touristen-Restaurants. 1 CUC entspricht 24 "weichen" Peso der einheimischen Währung (Moneda nacional, mn).

Informationen: Kubanisches Fremdenverkehrsamt, Kaiserstraße 8, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/28 83 22, www.cubainfo.de).

Quelle: tmn/mais

 
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