Meerbusch Meerbuschs Bürger verstehen mit Geld umzugehen. Das belegt der aktuelle Schuldner-Atlas 2008. Von 19 Städten und Gemeinden im Großraum Düsseldorf besetzt Meerbusch die erste Stelle. 7,49 Prozent der Haushalte sind nach Untersuchungen von Creditreform überschuldet. Im gesamten Untersuchungsgebiet sind es 11,7 Prozent, bei denen die Ausgaben stets höher als die Einnahmen sind.
Dass Statistiken nicht unbedingt etwas über die Realität aussagen, betont Uwe Simons. Der Diplom-Sozialpädagoge ist seit fast 20 Jahren in der Schuldnerberatung in Meerbusch und Neuss tätig. „Fürs Osterather Büro gibt es eine lange Warteliste, und es dauert rund drei Monate, bis ein Beratungstermin angeboten werden kann“, erzählt Simons. In Neuss, wo auch viele Büdericher seinen Rat suchen, dauere es noch länger, bis ein persönliches Gespräch möglich sei.
Viele kommen erst, wenn’s brennt, sagt Simons. Alarmsignale seien unter anderem Kontosperrung, Lohnpfändung, Gerichtsvollzieher und das Absperren des Stroms. Den Hilfesuchenden fehle es nicht unbedingt am Intellekt, beschreibt der Experte seine Klientel. Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung, Krankheit oder Unfall seien oft die Ursache, dass die privaten Finanzen aus dem Ruder laufen. „Dann werden oft neue Schulden gemacht, um alte zu begleichen“, berichtet Simons.
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