Bovert Christian „Jimmy“ Karl arbeitet dort, wo andere paradiesischen Urlaub machen. Der Boverter ist Gourmetkoch in einem Sechs-Sterne-Hotel im thailändischen Phuket - und das mit 24 Jahren. „Es ist schon verrückt, dass ich mit nur einem Jahr Berufserfahrung diesen Job bekommen habe“, sagt Karl.
Sein steiler Aufstieg begann vor sieben Jahren in Brüssel. Karl wechselte vom Meerbusch-Gymnasium zu einer internationalen Schule in Brüssel und machte dort sein Abitur. „Ich habe alleine gewohnt und oft Leute zum Essen eingeladen. Mir hat das Kochen Spaß gemacht, und meinen Freunden hat es gut geschmeckt“, meint der Boverter.
Aus diesem Grund entschloss er sich, auf die hoch angesehene Hotelfachschule in Luzern zu gehen. Nachdem er dort ein knappes Jahr beim Schweizer Jugendnationalcoach Patrick Diethelm Kochen gelernt hatte, folgte die praktische Umsetzung. Nach drei Monaten in einem Hotel in Avignon wechselte er in die Küche des japanischen Nobelrestaurants „Nobu“ in London. Bekannt wurde dies durch die „Besenkammer-Affäre“ von Boris Becker. Die deutsche Tennislegende beköstigte Karl übrigens selbst einmal: „Ich habe einen Tomatensalat für ihn zubereitet“, weiß Karl.
Für Boris Becker gekocht
Becker war nicht der einzige, für den der Boverter kochte. Tom Cruise, Robbie Williams, Beyonce Knowles oder Janet Jackson stehen ebenfalls, auf seiner Liste. „Es war aber unheimlich anstrengend dort. Ich stand jeden Tag 16 Stunden in der Küche“, sagt der 24-Jährige.
Nach neun Monaten suchte er eine neue Herausforderung. Ein thailändischer Freund machte ihm eine traumhafte Offerte: Die kulinarische Leitung des Hotels „Sri panwa“. Karl zögerte keine Sekunde und machte sich auf nach Thailand. Innerhalb von sechs Monaten zogen sie dort zu fünft das nagelneue Hotel auf. Karl kümmerte sich fast im Alleingang um den Speiseplan.
Im Oktober des vergangenen Jahres öffnete das Luxushotel seine Pforten. Seitdem steht Karl jeden Abend hinter dem Herd und bereitet ein Fünf-Gänge-Menu für die Gäste zu. Er serviert ihnen die Speisen höchstpersönlich und klärt sie über die Zubereitung auf. Der ranghöchste Besuch war bislang der der thailändischen Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn. Außerdem kehren nationale Superstars aus der Schauspiel- und Modelszene ein.
Die größte Umstellung ist der Umgang mit dem einheimischen Personal. „Sie sind sehr eigenwillig sowie zurückhaltend und nehmen alles persönlich. Wenn sie beispielsweise ein Glas herunterwerfen, nimmt sie das total mit“, erklärt Karl. Dennoch ist seine Stelle für ihn ein Traumjob. „Ich habe fast zwölf Monate im Jahr gutes Wetter. Meer und Swimming-Pool direkt vor der Tür und der Golfplatz (Karl hat ein Handicap von 12, Anm. d. Redaktion) ist auch direkt um die Ecke. Was will man mehr?“, fragt der Boverter zu Recht. Nur selten überkommt ihn das Heimweh. Karl: „Klar vermisse ich meine Familie und alten Freunde. Aber das Leben in Phuket gefällt mir gut. Ich werde wohl für längere Zeit dort bleiben.“
Eigener Swimmingpool
Das kann gut nachvollzogen werden, wenn man sich ein paar Eckdaten des Hotels Sri Panwa ansieht. Eine Nacht kostet zwischen 820 (Einzelzimmer) und 3850 Dollar (Vier-Bett-Zimmer). Fast jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Swimming-Pool. Für die Gäste steht außerdem ein 180 Meter langer, weißer Sandstrand sowie eine Tennis- und Fitnessanlage zur Verfügung.
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