„Diese kleine Atombombe passt nicht in unser Dorf.“ „Der würde doch für Geld alles machen, und wir müssen darunter leiden.“ „Der macht doch jetzt schon, was er will.“
Hochrote Köpfe und entrüstete Bürger - was als sachliche Informationsveranstaltung über die Technik und den Aufbau einer Biogasanlage geplant war, mündete in eine emotionale Diskussion, in der die IIvericher Bürger lediglich Antworten auf zwei Fragen wollten: „Verursacht die Anlage Lärm oder nicht und verursacht der Betrieb Gestank oder keinen Gestank?“
Rund 50 Interessierte kamen ins Landhaus, um Klarheit über die Folgen des Baus einer Biogasanlage in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu erhalten. Der potenzielle Bauherr Willi Bolten hatte dazu Wilhelm Gantefort und Reinhold Knoop von der Firma Lipp (vertreibt die geplante Anlage) sowie den Architekten Jochen Kullers geladen. „Häufig ist es ein Informationsdefizit, was zu Missverständnissen führt“, begann Gantefort seinen Vortrag über technische Details und positive Folgen der geplanten Anlage.
Es habe bis heute noch keine Beschwerden im Zusammenhang mit seinen Biogasanlagen gegeben. „Die einzelnen Behälter sind über ein Rohrsystem verbunden. Dadurch ist die Anlage komplett geschlossen. Es treten nicht mehr Gerüche auf, als bei einer normalen Getreideverarbeitung.“ Die Verwertung von Gülle sei nicht geplant, aber technisch möglich.
Bei seinem Vortrag wurde Gantefort immer wieder von aufgebrachten Zuhörern unterbrochen: „Die Technik ist uns egal. Wir wollen wis-sen, ob Lärm und Gestank entstehen: Wenn keine Gülle benutzt werden soll, warum sind dann im Bauvorantrag dann Güllebehälter eingeplant?“ Diese Fragen konnte Gantefort nicht beantworten.
Nachbarn der Boltens, die sich im Vorfeld der Veranstaltung eine vergleichbare Biogasanlage in Bocholt angeschaut hatten, konnten Ganteforts Ausführungen nicht zustimmen: „Die Biogasanlage stinkt und ist auch laut
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