Lank. Der jüngste Höhepunkt in der Karriere des Spötter-Primus' Horst Schroth ist "Herrenabend". Das bewies der Wahl-Kölner im ausverkauften Forum Wasserturm: Mit seinem dritten Solo-Programm riss er die Fans von den Sitzen. Tränen lachten sie über die lächerliche Männer-Karikatur, die er für mehr als zwei Stunden auf die Bühne stellte.
Schroth spielte den Schönheitschirurgen Dr..Moritz Schneider, einen geschiedenen Mann von 50 Jahren, der die Trauer über die gescheiterte Ehe mit Boshaftigkeiten gegen das andere Geschlecht kompensierte. Ulkig und genau in seinen Charakterstudien sinnierte der Mime darüber, was es bedeutet, ein Hetero zu sein. Genüssliche breitete der passionierte Zigarrenraucher dabei maskuline Attribute aus.
Schneider kam als gemäßigter Macho und manchmal biederer Kotzbrocken daher, der sich über "Sandalen- mit-Socken-Trägern" und "Trocken-Rasierer" ereiferte, Frauen vor "Männern mit Titten, die knatschenge T-Shirts tragen" warnte und eine Auswahl aus "1.000 Aufreissersprüche" präsentierte. Doch trotz der vielen Plattheiten, ("Der Vorteile eines Kaffs wie Strümp?") Die brauchen keinen Schlauch.), gelang Schroth eine intelligente Gratwanderung.
Immer wieder schob sich der Kabarettist vor seine Figur, kommentierte das Gezeigte. Vor allem durch sein virtuoses Rollenspiel konterkarkierte Schroth das Selbstgefällige des Moritz Schneider. Sein Fazit: "Frau und Mann werden sich nie so recht verstehen." Was aber nicht heißen müsse, dass sie sich nicht doch ab und zu versöhnen könnten.
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