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Feuilleton: „Es ist etwas Besonderes“

VON HELGA BITTNER - zuletzt aktualisiert: 22.05.2006 - 21:30

Sie waren Nachbarn und teilten die Liebe zur Kunst. Was Wunder also, dass Bernd Dieckmann die Entstehung des Museum der Langen Foundation genauestens verfolgte und das von Tadao Ando gebaute Haus auf der Raketenstation etwa alle zwei Monate besucht.

Vor allem aber gilt im Hause Dieckmann: Wenn Freunde sich zu einem Besuch angekündigt haben, gehört ein Ausflug zur Landen Foundation immer zum Programm. Nur eines habe er noch nicht geschafft, bekennt er: „Noch nie habe ich die Kirschbäume blühen gesehen ...“ Auch jetzt ist die Blütezeit schon wieder vorbei, gleichwohl genießt es der 75-Jährige, zwischen Spiegelteich und Kirschbaumreihe zu wandeln und immer wieder auf die Besonderheiten des Ortes hinzuweisen.

„Ich finde, Tadao Ando ist mit großer Sensibilität für die Landschaft und für die Kunst an den Bau herangegangen“, sagt Dieckmann und weist mit dem Arm auf eine von Ando geschaffene Sichtachse, die vom Eingang aus den Blick des Besuchers schon fast ins Grüne zwingt.

20 Jahre war Bernd Dieckmann Kulturdezernent in Düsseldorf, hat in dieser Zeit Karl Heinrich Müller mit seiner Museumsidee von Düsseldorf nach Hombroich ziehen sehen („So etwas Schönes hätten wir ihm nie bieten können“) und einen engen Kontakt zu dem inzwischen verstorbene Stifterehepaar Viktor und Marianne Langen gepflegt: „Ich erinnere mich noch seht gut an die begeisterten Berichte von ihren vielen Reisen und der Kunst, die sei dabei kennen gelernt haben“, erzählt er. Mehr als einmal hat Dieckmann das Ehepaar inmitten seiner Sammlung in den Häusern in Meerbusch und in Ascona erlebt.

 Ein „wunderschöner Buddha auf dem Schreibtisch“ ist ihm noch im Gedächtnis und überhaupt: „Es ist unglaublich, was die beiden an Bildern zusammen getragen haben.“ Besonders schätzte er die Offenheit des Sammlerehepaars: „Bis zum Tod behielten sie ihre Neugierde auf die junge Kunst.“ Schon sehr früh, so Dieckmann, habe das Ehepaar das Interesse gehabt, dass „vor allem die japanische Sammlung auch nach ihrem Tod erhalten bleibt“. Ein Museumsbau sei schon in Ascona favorisiert worden, aber erst in Hombroich, „dessen große Förderin Marianne Langen war“, fügte sich mit dem Entwurf von Tadao Ando alles zu aller Zufrieenheit.

Natürlich hat Bernd Dieckmann bislang jede Ausstellung in der Langen Fundation gesehen. Findet, dass der japanische Raum passenderweise „etwas von den traditionellen Aufbewahrungskästen für die japanischen Rollbilder hat“ und ist sich gleichwohl auch bewusst, dass die Ausstellungsräume „anspruchsvoll und nicht einfach sind“. Aber, so schließt er, „das Museum ist eben etwas Besonderes“.

Quelle: NGZ

 
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